Gesprächsrunde zum Gymnasium beim CSU-Kreisverband

Bildungstraumland Bayern

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Im Gespräch mit Rektoren und Elternbeiräten: Thomas Wurmbäck, schulpolitischer Sprecher im CSU-Kreisverband (links) und MdL Eberhard Rotter.

Oberallgäu - Die Einführung bundesweit einheitlicher Standards beim Abitur war das zentrale Thema bei einem Meinungsaustausch, zu dem der CSU-Kreisverband mit seinem schulpolitischen Sprecher Thomas Wurmbäck und dem Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter Rektoren und Elternbeiräte eingeladen hat. 

Ebenfalls mit dabei: Die neue Vorsitzende des Arbeitskreises Schule, Bildung, Sport im CSU-Kreisverband Nicole Frister. An bayerischen Schulen gibt es höhere Standards und ein schwereres Abitur, so Thomas Wurmbäck. Damit seien bayerische Schüler bei der Vergabe der Studienplätze durch die ZVS ganz klar im Nachteil. „In dieser Frage müssen sich die Länder einigen”, forderte Rotter. Ein gemeinsames Abitur in den Ländern sei höchstens in Teilbereichen möglich, sagte Michael Renner, Rektor am Gymnasium in Immenstadt. „Ohne einheitliche Lehrpläne kann es auch kein einheitliches Abitur geben”, so Ludwig Haslbeck, Rektor am Gymnasium Oberstdorf. Unterschiedliche Standards bei den Lehrplänen seien auch für Schüler problematisch, deren Eltern in ein anderes Bundesland umziehen, so Elena Ito, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende vom Gymnasium Immenstadt. Schüler, die neu an ein bayerisches Gymnasium kommen, hätten eine beachtliche Einarbeitungszeit vor sich. „In Bayern gibt es mehr Schulaufsteiger als Schulabsteiger“, zitierte Thomas Wurmbäck die aktuelle Bertelsmann- Studie zur bundesweiten Schulsituation. Bayern nehme hier im Vergleich zu den anderen Bundesländern eine Vorreiterstellung ein. Bayerische Schul- abgänger seien in der Wirtschaft gefragt, so Eric Beißwenger, Vorsitzender der CSU- Mittelstandsunion. „Unser Schulsystem lässt viele Schüler außen vor“, sagte Dr. Rainer Hoffmann, Elternbeirat und Mitglied im CSU-Kreisverband. Es gebe immer wieder Schüler, die sich trotz guter Noten nicht aufs Gymnasium trauten. Die Übertrittsphase von der Grundschule aufs Gymnasium sei für viele Kinder – und Eltern – nur schwer zu meistern, bestätigte Claudia Homanner, Kreisvorsitzende der Frauenunion Oberallgäu. Positiv sei, dass das Schulsystem in Bayern durchlässig geworden ist. Heute führten viele Wege zum Abitur. Beispielsweise über die Fach- oder Berufsoberschulen. Bereits heute werde jedes zweite Abitur nicht am Gymnasium, sondern an der FOS oder BOS abgelegt, meinte Wurmbäck. Wobei die Mädchen meist die besseren Abiturnoten vorweisen, wie Elternbeirat Dr. Joachim Rock erklärte. Im Fachbereich Medizin gebe es bereits einen Frauenüberschuss. Kritik gab es an der Einführung der Intensivierungsstunden an Gymnasien. Die Organisation dieser Zusatzangebote müsse von den Schulen geschultert werden, meinte Rektor Haslbeck, und das sei im Hinblick auf den Lehrermangel nicht immer einfach. Die Intensivierungsstunden sind für Schüler der Mittelstufe gedacht. „Das ist die Zeit der Pubertät, in der es so manchem Schüler einfach an der Motivation fehlt”, so Haslbeck. Motivation könne man in Inten- sivierungsstunden freilich nicht vermitteln.

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