"Es gibt viel zu tun"

Ein Bild von der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes machte sich im vergangenen Jahr auch der Parlamentarische Staatssekretär um Bundes-Landwirtschaftsministerium, Dr. Gerd Müller (Mitte), und versuchte sich begleitet von Geschäftsführer Stefan Pscherer (links) und dem Vorsitzenden Herbert Seger (rechts) bei der Streuwiesenmahd. Foto: Josef Gutsmiedl

Eine positive Bilanz konnte der Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten e.V. anlässlich der jüngsten Mitgliederversammlung in Immenstadt ziehen. Der Jahresbericht zeigte, dass es „viel zu tun“ gibt und im Ausblick auf die Jahre 2012 und 2013 deuteten Vorstand und Geschäftsführung an, dass die Arbeit für den Verband noch längst nicht ausgeht. Im Gegenteil: mit dem Naturschutzgroßprojekt „Allgäuer Moorallianz“ und weiteren Aufgaben im Landschafts- und Klimaschutz zeichnen sich langfristig gute Perspektiven ab. Fast 400.000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen.

Im vergangenen Jahr hat der Landschaftspflegeverband Oberallgäu-Kempten rund 170.000 Euro „verbraten“, wie es der Erste Vorsitzende, Durachs Bürgermeister Herbert Seger, salopp auf den Punkt brachte. Quer durch den Landkreis ging die Aufzählung der Einsätze, wo der Verband mit seinen Pflegetrupps maßgeblich eine Rolle spielte. Mehrere Moorrenaturierungen wurden begonnen oder fortgesetzt, zum Beispiel in Missen das Tuffenmoos, oder eine Fläche bei Buchenberg. Auch die Streuwiesenprojekte wurden weitergeführt, ebenso die Mahd von Adlerfarn-Flächen bei Hindelang und Oberstdorf. „Eine sehr engagierte Arbeit!“ Mit Energie sei man an die Sache herangegangen und Erfolge zeichneten sich bereits ab. „Die Landwirte haben sich mächtig ins Zeug gelegt“, lobte Geschäftsführer Stefan Pscherer seine Hauptakteure bei nahezu allen Einsätzen. Vor dem Start steht der Landschaftspflegeverband mit der Renaturierung des Strausbergmooses bei Sonthofen. Für das hochalpine Moorgebiet von internationaler Bedeutung wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet, der, so Pscherer, „bei Grundeigentümern und Nutzern hervorragend angekommen“ sei. Der Verband hat für die anstehenden Arbeiten im Strausbergmoos 40.000 Euro veranschlagt, mithin wird das Projekt neben der Streuwiesenpflege der dickste Brocken im Etat sein. Auf fast 400.000 Euro zielt der Haushaltsplan für die Jahre 2012 und 2013 ab. Geld fließt in mehrere Projekte des Klimaschutz-Programmes 2020, etwa weitere Moorsanierungen, Entbuschungen. Maßnahmen, die neben dem „Klimaeffekt“ in der Regel auch Lebensraumsicherung und -verbesserung für seltene Tier- und Pflanzenarten mit sich bringen, wie Stefan Pscherer betont. Gut läuft auch das Geschäft der Streueverwertung. „Streuemanager“ Uwe Kießling berichtet von guter Nachfrage und Erfolgen beim Bemühen, das einst als „Glump“ verachtete Mähgut aus Streuwiesen wieder attraktiv zu machen. Das sogenannte 50-Höfe-Projekt zielt in diese Richtung: Mit einer maßgeschneiderten Förderung sollen dabei Landwirte unterstützt werden, bei der Nutzung von Streuwiesen und der Anschaffung geeigneter Maschinen und Geräte. Der Ausbau der „Allgäuer Moorallianz“ steht weiter ganz oben auf der Liste des Landschaftspflegeverbandes. Ziel ist es, ein „intaktes Netzwerk von Mooren zu erhalten aus bundesweit herausragenden Gebieten“, so Pscherer. Noch heuer falle die Entscheidung, ob die Moorallianz mit im Boot sei beim Projekt „chance.natur“ des Bundes. „Das wären elf Millionen für die Renaturierung von Mooren – für die Heimat“, meint Pscherer. Über die gute Arbeit des Landschaftspflegeverbandes informierten die Verantwortlichen beim Aktionsmonat Allgäu Moore, aber auch bei praktischen Verführungen. So konnte etwa der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller aus Kempten, selbst erfahren, wie sich die „Handarbeit im Moos“ anfühlt, als er den schweren Motormäher durch die Streuwiese steuerte.

Meistgelesene Artikel

Gut-bürgerlich auf italienisch

Ofterschwang – „Gutes vom Dorf“ gibt es jetzt auch als original italienische Pizza! Das Restaurant im Ofterschwanger Haus – direkt an der …
Gut-bürgerlich auf italienisch

Sonthofen und die Bundeswehr: eine fruchtbare "Ehe"

Sonthofen – Traditionell laden die Stadt Sonthofen und die Bundeswehr zum gemeinsamen Neujahrsempfang. Schließlich, so 1. Bürgermeister Christian …
Sonthofen und die Bundeswehr: eine fruchtbare "Ehe"

Neujahrsempfang der Sonthofer SPD: Kampf dem Populismus

Sonthofen – Für eine starke Demokratie, gegen populistische Strömungen sprach sich der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, …
Neujahrsempfang der Sonthofer SPD: Kampf dem Populismus

Kommentare