Viel geschehen in diesem Jahr

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Ob es die Entscheidung zur Illersiedlung, die Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten oder einfach Interesse an Kommunalpolitik war – das Haus Oberallgäu war voll interessierter Bürgerinnen und Bürger.

Sonthofen – Großes Interesse zeigten die Bürger Sonthofens an der jüngsten Bürgerversammlung: Rund 250 waren ins Haus Oberallgäu gekommen, um den Jahresbericht von Bürgermeister Hubert Buhl zu hören, mitzubestimmen, ob die Illersiedlung Stadtteil werden solle und um die vier Bürgermeisterkandidaten kennenzulernen. 

„Es ist schon lange her, dass wir zusätzliche Stühle brauchten”, freute sich Bürgermeister Hubert Buhl denn auch zu Beginn der Versammlung über den großen Zuspruch aus der Bevölkerung. Nachdem er den tags zuvor im Stadtplan beschlossenen Haushaltsplan für 2014 erläutert hatte, ließ Buhl das Jahr 2013 Revue passieren. 

Im Bereich der Stadtplanung seien in diesem Jahr mehrere große Projekte abgeschlossen worden: das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept, das Verkehrskonzept, die Gewerbeflächenstudie und auch die Grünflächenplanung für die Bewerbung zur Landesgartenschau 2022. Buhl hielt an dieser Stelle ein leidenschaftliches Plädoyer für die Gartenschau und betonte, dass sie im Rahmen der Konversion für Sonthofen immens wichtig sei. Die Grünflächen müssten in jedem Fall geplant und gestaltet werden, mit einer Landesgartenschau würden der Stadt dafür zahlreiche staatliche Zuschüsse zu Gute kommen. Man erwarte als Subventionen für die Gartenschau über fünf Millionen Euro. 

Im kommenden Jahr sollen die Planungen für einen Kreisel in Rieden zur Entlastung der Illerstraße anlaufen. Auch die Parkplatzproblematik soll 2014 angegangen werden: ein bis zwei Parkhäuser könnten in den nächsten Jahren in der Innenstadt entstehen, ohne den Haushalt zusätzlich zu belasten. An der „Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof” wird weitergearbeitet, ebenso wie an Entwicklungsmaßnahmen für Gewerbeflächen an der B19: „Wir brauchen die Flächen vor der Konversion!”, betonte Buhl. 

Der Fachbereich Tiefbau trieb auch in diesem Jahr die Straßensanierungen voran. Die Stadtwerke haben in diesem Jahr den Anschluss Hinangs an die Wasserversorgung vollzogen und die Modernisierung der Wasserleitungen vorangetrieben, was auch im nächsten Jahr im Fokus der Arbeit stehe. Auch der Breitbandausbau werde vorangetrieben. 

Die Kinder standen im Mittelpunkt der Arbeiten des Fachbereich Hochbau: Schulen, Kinderkrippen und Kindergärten wurden ausgebaut und saniert. Buhl betonte, dass im Bereich der Nachmittagsbetreuung der Schüler die Kommunen vom Land ziemlich alleingelassen würden: So stünden die Kommunen in der Pflicht, ausreichend Krippenplätze zur Verfügung zu stellen. Jedoch bräuchten die Eltern natürlich auch für ihre schulpflichtigen Kinder Betreuungsmöglichkeiten, wenn sie weiterhin berufstätig sein wollen. Ganztagesschulen, Mittagsbetreuung und auch der Hort müssten von der Kommune finanziert werden – ohne Zuschüsse wie beim Krippenausbau. 

Derzeit leben laut Bürgermeister Hubert Buhl im Oberallgäu 250 Menschen, die Asyl suchen; in Sonthofen 59. Laut einer Prognose sollen bis kommenden März nochmals 110 bis 120 Asylbewerber dem Landkreis zugewiesen werden. Buhl erinnerte an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele tausende Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen wurden – Menschen, von denen auch die Stadt profitierte. Deswegen sollten auch die Asylbewerber willkommen geheißen werden und nicht kategorisch abgelehnt. „Wir gewinnen durch den Zuzug erheblich!”, appellierte Buhl an die Anwesenden, offen zu sein für die Flüchtlinge. Die Asylsuchenden brauchten Unterkünfte. Auch wenn die Stadt keine Gemeinschaftsunterkünfte wolle – wenn es nicht anders ginge, müssten welche errichtet werden. 

Die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr standen im Vordergrund der kulturellen Arbeit der Stadt, und auch der Fachbereich Sport hatte sich hier stark eingebracht. Die Proklamationsfeier im Januar, das Jubiläumsstadtfest und die Festwoche im August waren laut Buhl die Höhepunkte. Auch die Veranstaltungen auf dem Marktanger – Buhl sprach an dieser Stelle seinen Dank an die Anwohner aus, die einigen Lärm ertragen mussten – waren ein voller Erfolg. Auch 2014 werden wieder einige kulturelle Höhepunkte anstehen, wie der Theaterfrühling, die Maibaumfeier oder der Internationale Museumstag. 

Im Bereich Tourismus hob Buhl den Deutschen Wandertag hervor, an dem sich die Kreisstadt auch beteiligt hatte, und die neue „Radrunde Allgäu”, die mitten durch Sonthofen führt. Für 2014 ist unter anderem eine „City-App” geplant.

„Projekt Stadtgeist” heißt ein Projekt der Werbegemeinschaft ASS, das den Einkaufsstandort Sonthofen stärken soll. Buhl stellte das Projekt vor. In einer neuen Broschüre, die in den Geschäften und derTourist Info ausliegt, wird auf die Vorteile des regionalen Einkaufs und die Nachteile von Internetkäufen hingewiesen. „Global denken, lokal kaufen” lautet das Credo des Projektes. Denn an den lokalen Geschäften hängen auch immer Arbeitsplätze.

Eva Veit

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