Großfeuer zerstört alte Kurverwaltung

Ein Großfeuer zerstörte am Freitagmorgen ein Gebäude in Oberstdorf. Foto: Heinrich Bonert

Ein Großfeuer mitten im Herzen von Oberstdorf riss in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Anwohner und Hotelgäste aus dem Schlaf. Betroffen war ein historisches Gebäude am Marktplatz, dessen Dach- und Obergeschoss komplett zerstört wurde. Als gegen vier Uhr die ersten Rettungskräfte eintrafen, brannte das Dachgeschoss lichterloh. Eine Zeitungszustellerin hatte das Feuer bemerkt und umgehend die Polizei informiert. Mehrere Personen mussten teilweise mit Drehleitern aus den Ferienwohnungen gerettet werden und wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Auch zwei Feuer- wehrleute wurden leicht verletzt.

Wegen der dichten Bebauung mussten die Bewohner mehrerer Nachbargebäude, darunter auch des Hotel „Mohren“, die Häuser verlassen. Die Löscharbeiten erwiesen sich als schwierig, da die Löschkräfte - nach Aussage von Oberstdorfs Feuerwehrkommandant David Huber - zuerst weder von oben noch von unten an den Brandherd herankamen. Zudem wurden die Arbeiten von einer auf dem Dach installierten Solaranlage behindert. Erst als mit schwerem Gerät ein Teil des Daches entfernt werden konnte, gelang es das Feuer besser zu bekämpfen. Im Dachgerüst und Fehlböden fanden die Flammen aber immer wieder neue Nahrung. Über 180 Feuerwehrleute aus Oberstdorf und den Ortseilen, dem Walsertal, Fischen, Obermaiselstein und Sonthofen waren mit insgesamt drei Drehleitern und anderem schwerem Gerät im Einsatz. Dazu weitere Rettungskräfte und Polizei, die das Areal weiträumig absperrte. Den ganzen Vormittag konnten Schaulustige aus sicherer Entfernung beobachten, wie immer wieder Flammen und Rauchwolken aus dem Dach schlugen und Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz über Drehleitern und übers Dach die Brandnester bekämpften. Da Einsturzgefahr bestand, wurde das Gebäude am Freitagnachmittag mit einem Abrissbagger weitgehend bis auf das Erdgeschoss abgetragen. Die Kriminalpolizei Kempten hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Wobei sich abzeichnet, dass ein technischer Defekt im Bereich des Kamins das Feuer ausgelöst haben könnte. Der Sachschaden wird auf über 1,5 Millionen Euro geschätzt. Das 2007 umgebaute Gebäude gegenüber der Kirche, in dem Textilgeschäfte und mehrere Luxusferienwohnungen untergebracht waren, gehört über eine kommunale Tochtergesellschaft der Gemeinde. Zuvor beherbergte es viele Jahre die Oberstdorfer Kurverwaltung, bis diese ins Oberstdorf Haus umzog. Anwohner und Gemeindevertreter äußerten sich betroffen über das Unglück. Ihnen steckte am Vormittag noch der Schrecken der dramatischen Ereignisse in den Gliedern. Bürgermeister Mies nannte den Brand „schrecklich“, zeigte sich aber erleichtert, dass keine größeren Personenschäden zu beklagen sind. Er lobte den Einsatz der Rettungskräfte, die „Hand in Hand die Situation im Griff haben“. Wie es mit dem Gebäude weiter geht, müsse sich zeigen, wenn das Ausmaß der Schäden klar ist. Der Geschäftsführer der kommunalen Immobilien-Gesellschaft Peter Müller sieht in einer ersten Stellungnahme die Möglichkeit, auf dem noch bestehenden Erdgeschoss das Gebäude wieder aufzubauen.

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