"Sozialer Sprengstoff"

Wirtschaftlichkeit und soziale Belange, wie kann ein Wohnbauunternehmen dies vereinbaren? Darüber diskutierten der Grüne Landtagsabgeordnete Ulli Leiner (von links), SWW-Geschäftsführer Martin Kaiser, Ingrid Fischer und Ulrike Hitzler.

Sonthofen - Bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und zu schaffen ist für die Grünen ein wichtiges Anliegen. Für sie steckt in dem Thema eine Menge „sozialer Sprengstoff”.

Wie schwierig dies teilweise in der Umsetzung ist, diskutierten die Sonthofer Bürgermeisterkandidatin Ingrid Fischer, die Landratskandidatin Ulrike Hitzler, der Landtagsabgeordnete Ulli Leiner und weitere Kommunalpolitiker mit dem Geschäftsführer des Sozial-Wirtschafts-Werkes Oberallgäu (SWW) Martin Kaiser. 

„Wirtschaftlich zu agieren und gleichzeitig die sozialen Belange zu berücksichtigen ist eine Gratwanderung”, so Kaiser. Um keine roten Zahlen zu schreiben, sei eine nachhaltige Wirtschaftstrategie erforderlich. Damit Altbestände saniert und erhalten und die Mieten im bezahlbaren Bereichgehalten werden können, seien neue rentable Projekte notwendig. Fischer sprach sich für generationenübergreifende Konzepte und gemeinschaftliche Lösungen aus. Dies brauche gründliche Vorbereitungen und Absprachen mit den Gemeinden. 

„In Sonthofen bieten sich hier die freiwerdenden Flächen der Bundeswehr an”, plädierte sie für „Quartierlösungen”, wo es wieder stärkere Sozialbeziehungen gibt. „Die Kommunen müssen das Wohnen zur Chefsache machen”, so Kaiser zustimmend. Das Problem sei, derzeit an bezahlbare Flächen zu kommen. Auch behinderten umständliche Förderrichtlinien und staatliche Auflagen individuelle und günstige Lösungen. Die finanziell klammen Kommunen verkauften ihre Grundstücke zumeist meistbietend, bestätigten der SWW-Aufsichtrat und Kreisrat Winfried Holzmann und die Sonthofer Stadträtin Elfriede Roth. 

Landtagsabgeordneter Ulli Leiner befürchtet eine Verschärfung der Situation durch hohe Grundstückspreise und steigende Baukosten und hält eine stärkere Förderung für notwendig. „Wenn es staatliche Auflagen und Vorgaben gibt, müssen die Kommunen finanzielle Hilfen bekommen um günstigen Wohnraum zu schaffen”, so Ulrike Hitzler. Weitere Diskussionspunkte waren die Situation in den einzelnen Gemeinden, zukünftige Projekte, das Thema Barrierefreiheit und die Unterbringung von Asylbewerbern.

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