Auf dem Weg zum "grünen Allgäu"

aMit heimischem Bier stießen die Landtagsabgeordnete Ulrike Müller (von links), der Bundestagsabgeordnete Dr. Gerd Müller, Brauerei-Chefin Claudia Höß-Stücker, Messe-Veranstalter Eberhard Fetzer, die Oberallgäuer Landtagsabgeordneten Adi Sprinkart und Thomas Gehring, sowie Bürgermeister Hubert Buhl und der Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter auf die AllgäuSchau und die Energiewende an. Foto: Josef Gutsmiedl

Mit regionalen Akzenten und zugleich weltoffen und am „Puls der Zeit“ präsentierte sich die diesjährige AllgäuSchau auf dem Marktanger in Sonthofen. Die Schwerpunktthemen „Gesundheit / Wellness“ und regenerative Energien markierten die Zielvorgaben, die der Schirmherr der Messe, der Allgäuer Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Bundes-Landwirtschaftsminsterium, Dr. Gerd Müller, als „größte Herausforderungen“ der kommenden Jahre sieht.

Angesichts der Aufgaben, die die „Energiewende“ mit sich bringe, sieht Dr. Gerd Müller (CSU), die Stadt Sonthofen und die Region schon auf der Gewinnerstraße. Sonthofen habe „alle Chancen“, von der neuen Situation zu profitieren. Während die Bundeswehr mit der Sanierung der „Burg“ einen dreistelligen Millionenbetrag investiere und die Kaserne zur modernsten Ausbildungseinrichtung mache, eröffneten sich in der Stadt neue Chancen. „Sonthofen wird zum Premiumstandort“, so Müller. Beim aktuellen Thema Energiewende sieht der Staatssekretär ebenfalls viele neue Chancen: Wasser, Sonne, Wind, Biomasse - im Allgäu gäbe es das „alles fast im Überfluss“, meint Müller. „Jetzt brauchen wir die Energiewende im Kopf!“ Viel Potenzial sieht er beim Energieeinsparen sowohl im öffentlichen Bereich als auch im privaten: „Man muss es nur wollen und tun.“ Jede Kommune brauche ein Energiespar- und Energienutzungskonzept. Die jetzt zur offiziellen Bundespolitik erklärte „Energiewende“ werde „uns die nächsten 20 Jahre beschäftigen“, schätzt Dr. Müller. Man dürfe jetzt nicht dagegen ankämpfen, so Müller mit Blick auf die beiden Grünen-Landtagsabgeordneten im Publikum, Adi Sprinkart und Thomas Gehring. Vielmehr gelte es die Herausforderung anzunehmen und das Allgäu zur Gewinnerregion zu machen, „zur modernsten Bio-Region Deutschlands“. Wer den Atomstrom konsequent ablehne, sagte Müller weiter, müsse auch ja sagen zu Nutzung der Wasserkraft und zu Windanlagen. Standorte müsse es auch im Allgäu geben: „Vielleicht nicht gerade in Hinterstein, aber da und dort doch...“ deutete Müller an. Und die Lärmschutzeinrichtungen entlang der neuen B19 seien für Photovoltaik-Anlagen wohl auch geeignet, findet der Abgeordnete. Dass Energie, vor allem Strom, in Zukunft teurer werde, sei keine Frage. „Umsonst wird es diese Energiewende nicht geben!“ Allerdings dürfe diese Mehrbelastung nicht allein am Verbraucher hängen bleiben, so Müller. Den Stellenwert regionaler Messen strich Sonthofens Bürgermeister, Hubert Buhl, heraus. Die AllgäuSchau sei ein Podium für den Mittelstand, der „das Rückgrat der Wirtschaft“ darstelle. Der direkte Kontakt von Unternehmen und ihren Kunden sei dem Internet-Geschäft weiter überlegen. „Das fördert das Vertrauen, das für gute Geschäftsbeziehungen nach wie vor unerlässlich ist.“ Umso wichtiger sei es, durch entsprechende Rahmenbedingungen, Unternehmen in der Region zu halten, etwa durch ein kommunales Gewerbeflächen-Management, betonte Buhl. Auf dieser Linie sieht Landrat Gebhard Kaiser auch die Bemühungen der neu gegründeten Allgäu GmbH. Es gelte, die Region mit ihren Möglichkeiten zwischen den Zentren München und Stuttgart hervorzuheben. Gut aufgestellt sei der Landkreis nicht zuletzt beim Gesundheitswesen, was die Entwicklung zur Gesundheitsregion fördere.

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