Die Erinnerung wachhalten

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Am Jägerdenkmal auf dem Grünten wird am 8. September die traditionelle Gedenkmesse gefeiert.

Sonthofen - Am 7. und 8. September findet der traditionelle „Grüntentag“ statt. Mit dieser Gedenkveranstaltung wird seit 65 Jahren an die schrecklichen Folgen von Gewalt, Terror und Kriegen erinnert.

Insbesondere wird der Gebirgssoldaten aller Nationen gedacht, die in den beiden Weltkriegen gefallen, ihren Verwundungen erlegen, in Kriegsgefangenschaft verstorben oder aber durch Kriegsverbrechen ums Leben gekommen sind. Aber auch die Gebirgssoldaten der Bundeswehr, die im Einsatz für Frieden und Freiheit ums Leben gekommen oder bei Auslandseinsätzen gefallen sind, werden mit einbezogen. 

Die zentrale Veranstaltung findet wie immer am Jägerdenkmal auf dem Grünten statt. Mit diesem Denkmal ist den Gefallenen des Jägerregiments 3 aus dem 1. Weltkrieg und der Gebirgstruppe der Wehrmacht sowie den Toten und Gefallenen der Bundeswehr ein würdiges Mahnmal gesetzt. 

Die Planungsarbeiten für das Denkmal hatte der Architekt Bruno Biehler aus München übernommen. Er war selbst Angehöriger des Jägerregiments 3. Vor nunmehr 90 Jahren konnten nach der Schneeschmelze im Frühjahr die Bauarbeiten für das Denkmal begonnen werden, nachdem die Finanzierung, unter anderen auch durch einen Zuschuss des Stadtrates von Immenstadt, einigermaßen gesichert war. Obwohl das Denkmal entgegen erster Planungen nicht mehr auf dem Steineberg, sondern auf dem Grünten entstehen sollte, steuerte Immenstadt 50.000 Mark zum Bau bei. 

Zunächst mussten durch Sprengungen und Anlage von Wegen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Dann galt es, die Probleme des Transportes von benötigtem Material zu lösen. Das Finden von Sandadern auf dem Grünten machte erhebliche Schwierigkeiten. In ehrenamtlichem, freiwilligem Arbeitseinsatz ehemaliger 3er-Jäger und insbesondere der Rettenberger Bevölkerung sowie mit Unterstützung der Kemptener Gebirgsjäger wurde das Terrain gerichtet und das erforderliche Material über die Grüntenhütte herbeigeschafft. Die Bauausführung selbst übernahmen der Sonthofer Steinmetz Herz und der Rettenberger Bauunternehmer Martin. An Allerheiligen des Jahres 1923 schließlich konnte der Rettenberger Bürgermeister Berkmann, der sich persönlich unermüdlich für den Bau eingesetzt hatte, auf dem Denkmalsockel ein 8 Meter hohes Holzkreuz errichten und dort zum ersten Mal der Toten des Jägerregiments 3 gedenken. Das war sozusagen der Ursprung der späteren Grüntentage. Fertig gestellt und eingeweiht wurde das Denkmal 1924. 

Grüntentag 2013

Zahlreiche Abordnungen von Soldatenverbänden aus dem In- und Ausland, wie etwa aus Italien und Österreich, werden zum Grüntentag 2013 mit ihren Fahnen erwartet. Vertreter der Gebirgstruppe der Bundeswehr werden ebenfalls teilnehmen. Auch dies ist bereits Tradition. Seit nunmehr 55 Jahren legen Vertreter der Bundeswehr und der Stadt Sonthofen am Jägerdenkmal anlässlich des Grüntentages Kränze nieder. Die Musikkapelle Rettenberg, die Alphornbläser aus Burgberg und die Oberallgäuer Feuerschützen umrahmen die Gedenkfeier auf dem Grünten, die bei jedem Wetter stattfindet. Die Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft „Grünten“ lädt alle ehemaligen sowie aktiven Soldaten und Reservisten mit ihren Angehörigen und Bekannten, aber auch alle Mitbürger ein, am „Grüntentag 2013“ teilzunehmen, um der ungezählten Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken und um ein Zeichen gegen das Vergessen und für den Frieden zu setzen. 

Programm

Samstag, 7. September 

17 Uhr: Gedenkfeier am Gemeinschaftskreuz im Sonthofer Friedhof mit Diakon Norbert Oeing 

Sonntag, 8. September 

10.30 Uhr: Bergmesse mit Militärpfarrer Martin Roth und Gedenkveranstaltung am Jägerdenkmal auf dem Grünten mit dem Standortältesten Sonthofen Oberst Hans-Christian Hettfleisch (bei jedem Wetter!) 

ebenfalls um 10.30 Uhr: Gedenkmesse in der Pfarrkirche St. Michael in Sonthofen mit anschließender Kranzniederlegung an der Ölbergkapelle in Sonthofen 

14 Uhr: Kameradschaftsnachmittag im Haus Oberallgäu, Sonthofen.

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