Geborgen wie im Schneckenhaus

Peter Blaha mauert fachgerecht die Schatulle in die Wand der Kinderkrippe ein. Bürgermeister Christian Wilhelm steht ihm unterstützend zur Seite.

Sonthofen – Ende Juli konnte der Grundstein für den Neubau der Kinderkrippe am Kindergarten Süd gesetzt werden. Der Baubeginn hatte sich unter anderem auf Grund statischer Probleme immer wieder verzögert.

Eine Bedarfsabfrage der Stadt bei den Eltern in Sonthofen hatte ergeben, dass in absehbarer Zukunft in der Kreisstadt mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder benötigt werden, als derzeit vorhanden sind. Die Stadt ist gesetzlich dazu verprlichtet, ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Deshalb fasste der Stadtrat im vergangenen Jahr den Beschluss, am Kindergarten Süd einen Erweiterungsbau für eine Kinderkrippe mit insgesamt 48 Plätzen für Kinder unter drei Jahren zu errichten.

Um das neue Gebäude errichten zu können, musste zunächst der nördliche Gebäudeteil beim Kindergarten Süd abgebrochen werden, was sich jedoch schwierig gestaltete. Denn die Giebelwand des abzubrechenden Altbaus war zugleich auch Trennwand des damals errichteten Kindergartens, mit diesem allerdings statisch nicht verbunden. Da die Wand nach dem Abbruch nicht allein stehen konnte, musste sie extra mit einem Stahlkorsett im bestehenden Kindergarten rückverankert werden.

Das Bodengutachten ergab zudem, dass der Baugrund für den Neubau nicht ausreichend tragfähig war und deshalb ein Bodenaustausch bis zu einer Tiefe von etwa zwei Meter durchgeführt werden musste. Baubeginn der Maßnahme war Ende Mai 2014.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde konnte nun schlußendlich der Grundstein gesetzt werden. Eingeladen waren die beteiligten Planer, Vertreter der momentan auf der Baustelle arbeitenden Gewerke und die Mitglieder des Stadtrates. Kinder aus dem benachbarten Kindergarten Süd begrüßten die anwesenden Gäste mit dem Lied der fleißigen Handwerker. Bürgermeister Christian Wilhelm erläuterte anhand des Zitats „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“ die Notwendigkeit der Gesellschaft, die Eltern bei der Erziehungsarbeit zu unterstützen. Der planende Architekt Hans-Martin Renn berichtete in kindgerechten Worten vom Plan des Neubaus. Das Besondere ist, dass das Innere der Kinderkrippe wie ein Schneckenhaus aufgebaut ist und sich die Kinder darin auch geborgen fühlen sollen wie in einem Schneckenhaus.

Ein aufregender Moment war dann für die anwesenden Kinder, als Bürgermeister Christian Wilhelm und Franz Friedberger, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, den Metallzylinder füllten. Unter der fleißigen Mithilfe der Kindergartenkinder wurden von ihnen gemalte Bilder, eine aktuelle Zeitungsausgabe, Münzen und weitere Zeitdokumente in die Schatulle gegeben. Besonders spannend war es dann für die Jung-Handwerker, als sie zum ersten Mal die Baustelle betreten und die Schatulle an ihren Bestimmungsort bringen durften. Unter fachkundiger Mithilfe von Dobler-Mitarbeiter Peter Blaha wurde die Schatulle für die Ewigkeit in die Wand eingemauert.

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