Der Sommer kann kommen - Im Ofterschwanger Eisladen gibt es heuer Hanfeis

Rausch aus der Eiskugel?

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Mit einem Bein im Eisladen – mit dem anderen im Knast? Ofterschwangs Bürgermeister Alois Ried (links) und „Eismacher“ Massimo Maguolo glauben nicht, dass das neue Hanfeis ein Fall für die Drogenfanhndung ist.

Ofterschwang – „Gutes vom Dorf“ lautet das Motto mit dem die Gemeinde Ofterschwang regionale Produkte präsentiert. Neben Käse und Joghurt, Wurst und Brot gibt es in den kommenden Sommermonaten wieder ein Eis mit regionalem Bezug: Hanf- eis – im Becher oder in der Waffel!

Was landläufig in die Rauschgiftecke gerückt wird, ist in Ofterschwang die Eiskreation der Saison. Tatsächlich ist in der neuen Geschmacksrichtung für das Eis aus Ofterschwanger Milch eine Prise Hanf enthalten: gemahlener Hanfsamen. Den regionalen Hintergrund hat Ofterschwangs Bürgermeister Alois Ried schnell bei der Hand. Zu Zeiten, als im Allgäu Flachs angebaut wurde, gab es auch Hanf in der Gegend, der Grundstoff für Seile, die damals hier hergestellt wurden. Stichwort: Hanfwerke. „Wir suchen jedes Jahr eine neue Eisspezialität für den örtlichen Eisladen, die sich der Region zuordnen lässt“, sagt Ried. Nach Holunderblüte, Buttermilch und Honig sei man diesmal schließlich auf Hanf gekommen.

Mit einigen Versuchen schaffte es der Ofterschwanger „Eismacher“ Massimo Maguolo ein Speiseeis mit einer „außergewöhnlichen Geschmacksnote“ herzustellen. „Man muss es probieren...“, sagt er, „man kann es nicht beschreiben.“

Dass Hanf an sich unter das Betäubungsmittelrecht falle, spiele erst einmal keine Rolle, so Ried und Maguolo. Man habe ja keine Hanfpflanzen im Hinterhof, kontert Ried den Verdacht, dass er vielleicht mit einem Bein zwar im Eisladen, mit dem anderen jedoch im Gefängnis stehe. Der Besitz von Hanfpflanzen und deren Teilen ist nach dem Betäubungsmittelgesetz strafbar. Allerdings wollen die Beiden kein Saatgut importieren und hier anbauen, wie sie betonen. Und Hanfsamenmehl sei was ganz anderes...

gts

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