Pfiffiges Landkreisbuch

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Ein gelungener Wurf, finden Landrat Gebhard Kaiser (von rechts), Projektverantwortliche Brigitte Klöpf, Schulrat Paul Mögele und Gerhard Hock, am Landwirtschaftsamt Kempten zuständig für die Förderung von Projekten zur Entwicklung des ländlichen Raumes.

Oberallgäu - Die „richtige Arbeit“ dauerte rund ein Jahr; die Vorarbeit viel länger. Doch jetzt konnte das neue „Heimatbuch für das Oberallgäu“ vorgestellt und den Grundschulen im Landkreis übergeben werden. Mitgearbeitet an der 90-seitigen Broschüre „Bei uns daheim“ haben nicht zuletzt viele Grundschüler aus den Landkreisgemeinden.

Es sollte kein typischen Schulbuch werden, doch wie es wirklich aussehen würde, stellte sich erst im Laufe der Arbeit heraus. „Ein Buch sollte es sein, das die Kinder gerne in die Hand nehmen“, beschreibt Brigitte Klöpf – im Landratsamt Oberallgäu Verantwortliche für das „Unternehmen Heimatbuch“ – die Zielsetzung. Das Buch ist eine Basis für den Heimat- und Sachkundeunterricht in den Grundschulen des Landkreises. Herausgekommen ist eine Broschüre, die auf sympathische, spannende und kindgerechte Art zu einer Entdeckungsreise durch den Landkreis, seine Geschichte und seine Kultur einlädt. 

Diese wesentlichen Vorgaben hat das Team um Peter Elgaß, in dessen Verlag das Buch schließlich erschien, umgesetzt. „Wir haben versucht, das Heimatbuch so zu gestalten, dass die Kinder damit zurecht kommen“, sagt Elgaß. Beim Titel habe er aber eingreifen müssen, da der Satz „Bei uns daheim“ mindestens zu fünf unterschiedlichen Dialektversionen geführt hätte - und zu Protesten. „Wir haben dann die leichteste Lösung gewählt – Hochdeutsch.“ 

Fünf Themenbereiche wurden vorgegeben und in intensiver Zusammenarbeit von Landratsamt, Schulmedienzentrum, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern mit Informationen und Geschichten „belebt“. Es geht um Landschaft und Geschichte des Oberallgäus, um Kultur und Umwelt. Die Landkreisgemeinden werden in kurzen Portraits vorgestellt. Nicht als kalte Beschreibung mit vielen Zahlen, sondern in Form von Geschichten und Bildern der Kinder, die „ihren“ Orten beschreiben. Da erfährt man zum Beispiel aus erster Hand , dass man das Bärbeletreiben in Burgberg „unbedingt einmal miterlebt“ haben soll, oder dass das Klausentreiben in Haldenwang, eine der nördlichen Gemeinden des Landkreises, „einfach super“ ist. Funkenfeuer gibt es überigens nicht nur südlich von Kempten, berichten die Kinder aus Dietmannsried und Lauben, und Wildpoldsried mit seinen vielen Windrädern ist als „Energiedorf“ in ganz Bayern bekannt. Längst nicht jeder weiß dagegen, dass Balderschwang Bayerns kleinste Gemeinde ist - aber Deutschlands höchstgelegene. 

Diesen Blick über die Gemeindegrenzen und einstigen Grenzen der Altlandkreise Sonthofen und Kempten hatte auch Landrat Gebhard Kaiser im Auge, der die Idee vom neuen Heimatbuch unterstützte. Er sei viel unterwegs im Landkreis und stelle immer wieder fest, dass selbst 40 Jahre nach der Gebietsreform viele Menschen über den Landkreis wenig wüssten. „Die Kinder und Jugendlichen sollen mehr Wissen über ihre Heimat erlangen“, fasst der Landrat seine Erwartungen in die Broschüre zusammen. „Damit kann das Bewusstsein für ihre Heimat Oberallgäu geweckt und längerfristig die regionale Identität gestärkt werden.“ Das Projekt „Heimatbuch“ wurde vom Landkreis finanziert und mit Mittel aus der EU-Förderung für die ländliche Entwicklung gefördert. Gut 46000 Euro kostete die erste Auflage mit 6000 Stück. Die Schülerinen und Schüler der 3. und 4. Grundschulklassen erhalten je ein Exemplar – kostenlos über die Schulen. Im Buchhandel ist „Bei uns daheim“ nicht erhältlich.

Josef Gutsmiedl

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