Herzlichkeit ist Trumpf

Zurücklehnen will sich die Vorstandsmannschaft von „Mir Allgäuer“ nicht: Angelika Stiefenhofer (von links) Herbert Fink, Sabine Ücker, Michael Hartmann, die Erste Vorsitzende Angelika Soyer und Irmgard Eberle (auf dem Foto fehlt Michaela Lang) gehen optimistisch ins Jubiläumsjahr. Foto: Josef Gutsmiedl

Thalkirchdorf – Der Höhenflug beim „Urlaub auf dem Bauernhof“ hält an. Und auch der Zusammenschluss der Anbieter in der Region, der Verein „Mir Allgäuer“ entwickelt sich weiterhin gut. In der jüngsten Mitgliederversammlung jedenfalls wurde ein sehr positives Bild gezeichnet und eine gute Bilanz gezogen. Fest steht auch: Der Markt läuft übers Internet. Die Spitze der Vorstandschaft wurde bei den fälligen Neuwahlen in den Ämtern bestätigt. Im kommenden Jahr steht „Mir Allgäuer“ das zehnjährige Bestehen ins Haus.

Herzlichkeit ist offenbar der Trumpf und beste Erfolgsfaktor beim Urlaub auf dem Bauernhof. Mit der „Persönlichkeit der Bäuerin“ stehe und falle diese wichtige Sparte im regionalen Tourismus, stellt Angelika Soyer, die Erste Vorsitzende von „Mir Allgäuer - Urlaub auf dem Bauernhof“ fest. „Die abendliche Runde mit den Gästen in der guten Stube mag zeitaufwändig sein, ist aber sehr wirksam“, weiß die Vorsitzende. Dennoch sollte sich die „Seele des Betriebes“, die Bäuerin, nicht aufarbeiten, sondern an sich selbst denken und sich bewusst sein: „Nur wenn es der Bäuerin gut geht, geht’s den Gästen gut.“ Angelika Soyer: „Nehmen Sie sich Zeit für sich – dann haben Sie auch Zeit für sich!“ Volles Programm fuhr der Verein im vergangenen Geschäftsjahr. Präsent war man bei der Grünen Woche in Berlin ebenso wie bei der Allgäuer Festwoche in Kempten oder zuletzt beim Zentrallandwirtschaftsfest in München. Und 'Flagge zeigen' lautet längst die Devise beim Internetauftritt. Allein heuer stehen bislang 1,8 Millionen Anfragen übers Internet zu Buche. Die durchschnittliche Verweilzeit von einer halben Sekunde müsse noch mehr genutzt werden als 'Bühne'. Umso wichtiger sei ein perfekter Auftritt auf der Bühne Internet, appelliert die Vorsitzende. Vielfach könne man meinen, es handle sich bei den Angeboten um Immobilienanzeigen. „Da gibt es noch viel Nachholbedarf.“ „Tolle Fotos, die Leben zeigen“, verlangt Angelika Soyer und erinnert an die Hilfestellung durch den Verband. Ähnlich gut läuft es offenbar auch beim Landesverband Urlaub auf dem Bauernhof in Bayern. Landesvorsitzende Gerda Walser schließt sich der „Mir Allgäuer“-Chefin an: „Der Internetauftritt muss interessant sein.“ Durchschnittlich mehr als acht Minuten verweilten die 1,1 Millionen Besucher auf den Seiten des Landesverbandes. Heuer ergaben sich dabei 42000 konkrete Kontakte, also Anfragen oder Emails. „Und es wird immer mehr“, freut sich Gerda Walser. Auch beim Google-Ranking mit den Suchkriterien 'Urlaub, Bayern, Bauernhof“ liege der Verband auf Platz 1; selbst ohne das Stichwort 'Bauernhof' sei man mit Platz 2 gelistet. „Die Zeiten sind vorbei, wo man mit zwei, drei Kindern auf der grünen Wiese punkten kann“, stellt die Landesvorsitzende fest. Mit einer Reihe von pfiffigen Aktionen sei man heuer in die Offensive gegangen. Da dürften es ruhig mal lässige Sprüche sein, so Walser: „Die Großen machen es vor. So was bleibt im Kopf.“ Und 'Das Leben ist kein Ponyhof' soll Lust auf den Urlaub auf dem Bauernhof machen. Mit „Gugln auf bayerisch“ ist etwa der hausgemachte Kuchen als Sympathieträger beim Urlaub auf dem Bayernhof gemeint. Solche Aktionen seien nicht billig, räumt Gerda Walser ein: „Aber es kommt was dabei raus.“ Auch von Kooperationen mit MacDonalds und anderen Unternehmen verspricht man sich einen Schub. Die Mühe lohne sich – beim Landesverband ebenso wie bei der Anbietergemeinschaft „Mir Allgäuer“ und beim einzelnen Betrieb, der Urlaub auf dem Bauernhof anbiete, so Gerda Walsers Fazit der 20-jährigen Verbandsgeschichte. „Wir haben viel bewegt.“ Noch einiges bewegen werde sich beim Tourismus-segment „Wellnessbauernhöfe“ schloss sich Barbara Weißinger von der Allgäu GmbH an. Sie skizzierte den Weg zum „Gesundheitsgipfel Allgäu“, der die Region zu Deutschlands führender Wohlfühl- und Gesundheitsdestination führen soll. Vom breitgefächerten, dynamisch wachsenden Wellness-Markt könne auch der qualifizierte Wellnesshof profitieren. Bei den Neuwahlen wurde die Vorstandsspitze mit Angelika Soyer als Erste Vorsitzende und die Stellvertreter Sabine Ücker und Michael Hartmann von der Mitgliederversammlung bestätigt. Die von drei auf vier Mitglieder erweitere Beisitzerteam setzt sich zusammen aus Irmgard Eberle, Angelika Stiefenhofer, Herbert Fink, und Michaela Lang.

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