Hopp oder top beim ECO

In der Krise steckt das Nachwuchs-Eishockey in Oberstdorf schon länger. Doch jetzt könnte das Aus für diese Abteilung beim Eissport-Club Oberstdorf ECO kommen: In der Versammlung am Donnerstag, 25. März, um 18.30 Uhr im Foyer des Eissportzentrums soll die Entscheidung fallen. „Hopp oder top“ lautet der Tagesordnungspunkt.

Zwei Probleme macht der kommissarische Präsident des ECO, Harald Löffler, für die Abteilung Eishockey-Junioren aus: Einmal spiele die finanzielle Seite eine wichtige Rolle. Immerhin muss der ECO pro Saison 8000 bis 10000 Euro berappen für Fahrten oder Schiedsrichter-Honorare zum Beispiel. „Auf Dauer kann der Verein diese Kosten nicht mittragen“, betont Harald Löffler. Die anderen Sparten des ECO, etwa die Shorttrack-Sportler oder die Eiskunstlauf-Abteilung würden das nicht ewig mitmachen, und das sei ganz verständlich. Betroffen seien rund 15 Kinder beim ECO. Die zweite Misere des Junioren-Eishockey in Oberstdorf macht Löffler nicht minder Sorgen: Es fehle an freiwilligen Helfern und Ehrenamtlichen. Das Engagement der Eltern lasse zu wünschen übrig. „Wenn viele mitziehen, dann ist die Last für den Einzelnen nicht so groß“, sagt der ECO-Präsident. Offenbar fehle im Ort der Rückhalt für den Eishockeysport. Jetzt sieht Löffler keinen anderen Weg mehr, keine Möglichkeit, das Ruder noch einmal herum zu reißen. „Ich habe zwei tränende Augen, wenn ich an das Ende der Junioren-Abteilung denke“, gibt Löffler unumwunden zu. „Es wäre jammerschade, wenn dieser interessante Sport hier einschlafen würde.“ Der Spielbetrieb für die Senioren-Mannschaft laufe zwar weiter und habe mit der Krise bei den Junioren nichts zu tun; allerdings muss sich dieser selbst tragen. Wenn allerdings die Jugendarbeit einschlafe und womöglich ganz zum erliegen komme, so befürchtet Löffler weiter, stehe es um die Teams „der Großen“ auch nicht gut: „Es fehlt die Masse für eine Entwicklung.“ Je kleiner der Kreis werde, umso schneller drehe sich die Abwärtsspirale... Am heutigen Donnerstag will Harald Löffler die entscheidende Frage stellen: Will Oberstdorf Nachwuchs-Eishockey oder lässt man’s bleiben - so Leid es uns tut? Wenn es gelingen sollte, das fast erloschene Eishockey-Feuer noch einmal anzufachen, müssten alle mithelfen, so Löfflers leidenschaftlicher Appell. Und Löffler wäre nicht Löffler, wenn er nicht schon weiter denken würde: Warum kein Oberallgäu-Verbund der Eishockey-Vereine und Abteilungen. Mit gebündelter Kraft und einem stattlichen Aufgebot an jungen begeisterten Spielern müsste der Eishockeysport in der Region wieder belebt werden können.

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