Zweite Hortgruppe im Sontra-Park

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Im Kinderhaus Regenbogen in Sonthofen werden derzeit 29 Krippenkinder und 58 Hortkinder betreut.

Sonthofen – Der Bedarf an Hortplätzen in Sonthofen ist auch für das Schuljahr 2014/15 größer als das derzeit bestehende Angebot. Gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde als Träger des Kinderhortes diskutierte der Sozial-, Kultur- und Sportausschuss vergangene Woche über Lösungsmöglichkeiten.

Die gute Nachricht zuerst: wenn Stadtrat und Kirchenrat dem Vorschlag des Ausschusses zustimmen, kann der derzeitig festgestellte Bedarf an Hortplätzen fürs Erste gedeckt werden: mit einer zweiten, externen Hortgruppe in den Räumlichkeiten der Volkshochschule könnten etwa 15 zusätzliche Betreuungsplätze für Grundschüler geschaffen werden. 

Derzeit seien die beiden Hortgruppen im Kinderhaus Regenbogen mit 58 Grundschul- kindern voll belegt, führte Karlheinz Pfeil vom Sozialreferat der Stadt im Ausschuss aus. Die zum aktuellen Schuljahr als Übergangslösung eingeführte dritte Hortgruppe im Sontrapark besuchten 14 Kinder. Zum Ende des Schuljahres werden voraussichtlich 14 Kinder den Hort verlassen – dem gegenüber stehen 30 Hortanmeldungen für das kommende Schuljahr, so Pfeil weiter. Bis August rechnet die Stadtverwaltung mit mindestens 40 Anmeldungen. 

Bereits im Juli vergangenen Jahres habe der Stadtrat den vermehrten Bedarf an Hortplätzen anerkannt und festgestellt, dass die Stadt Sonthofen darauf hinwirke, „dass zur Betreuung von Kindern im schulpflichtigen Alter ein bedarfsgerechtes Angebot vorgehalten wird.” 

Die geplante Nachmittags- und Hortbetreuung an der Grundschule Rieden/Albert-Schweitzer-Schule wird frühestens 2016 fertiggestellt sein. Von den etwa 100 Kindern, die im kommenden Schuljahr einen Hortplatz benötigen, kommen etwa 15 aus dem Sprengel der Grundschule Rieden. Deshalb muss für die nächsten ein, zwei Jahre nach einer anderen Lösung gesucht werden. 

Verschiedene Lösungsansätze 

In einer Besprechung Anfang Januar hatte Bürgermeister Hubert Buhl den Vertretern der evangelischen Kirchengemeinde als Träger des Kinderhaus Regenbogen, das Hort und zwei Krippengruppen beherbergt, einen Vorschlag unterbreitet: Im Kindergarten Süd werden bis Ende des Jahres Räumlichkeiten für vier Krippengruppen fertiggestellt sein. Für diese liegen aktuell vier Anmeldungen vor. Buhls Vorschlag war, die Kinderkrippe mit 29 Plätzen im Kinderhaus Regenbogen aufzulösen und künftig am Kindergarten Süd unterzubringen. Träger wäre weiterhin die evangelische Kirchengemeinde. Im Kinderhaus Regenbogen könnten dann insgesamt vier Hortgruppen eingerichtet werden. 

Die Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde zeigten sich mit dem Vorschlag nicht einverstanden. Das Konzept des Kinderhauses – unter anderem mit der familienähnlichen Situation durch Altersmischung – sei stimmig und genieße bei den Eltern eine hohe Akzeptanz. Dies zeige die hohe Nachfrage. Auch hätten sich die Eltern bewusst für dieses Konzept entschieden, mit dem Träger Verträge zur Betreuung ihrer Kinder im Kinderhaus abgeschlossen. 

Pfarrerin Antje Pfeil-Birant betonte, dass die evangelische Kirchengemeinde nach einer langfristigen Lösung strebe. Ein Anbau am Kinderhaus Regenbogen beispielsweise, der Platz schaffe für zwei weitere Hortgruppen. 

Die Mitglieder des Ausschusses diskutierten die einzelnen Vorschläge, neben den bereits genannten einen Container naben dem Kinderhaus Regenbogen und eine zweite externe Hortgruppe im Sontra-Park. Aufgrund der prekären Haushaltslage (so sind weder im Haushalt 2014 noch in der Finanzplanung für die Folgejahre Haushaltsmittel für den Ausbau der Hortbetreuung vorgesehen) und um den künftigen Stadtrat nicht mit „Vorentscheidungen zu belasten” (Schulreferent Rudolf Gropper), entschied sich der Ausschuss schließlich einstimmig für die Einrichtung einer zweiten Gruppe im Sontra-Park. 

Zwar sei diese Lösung nicht ideal, darin waren sich Pfarrerin Antje Pfeil-Birant und Bürgermeister Hubert Buhl einig. Unter anderem könnten die Kinder lediglich von Montag bis Donnerstag in der Mensa der Mittelschule essen. Jedoch habe der neue Stadtrat, so Elfriede Roth (Grüne), damit die Möglichkeit, sich in Ruhe eine gute Lösung zu überlegen.

„Wir wollen alle das Gleiche”, betonte Hans Ehrenfeld vom Kirchenvorstand. Die evangelische Kirchengemeinde sei bereit, diese Übergangslösung zu akzeptieren, jedoch sollten sich für die Zukunft alle Beteiligten attraktive Angebote zur Schülerbetreuung überlegen, damit der Kinderhort nicht die einzige Alternative für Eltern bleibe, die für ihre Kinder insbesondere auch in den Ferien einen Betreuungsplatz brauchen. 

Entscheidung Ende Februar 

Dem Vorschlag des Sozial-, Kultur- und Sportausschusses muss nun noch der Stadtrat in seiner Sitzung am 25. Februar zustimmen. Auch der Kirchenrat muss im Februar darüber entscheiden, ob er für die zweite externe Hortgruppe die Trägerschaft übernehmen wird. Erst dann, so bestätigte Ulrike Fischer, die Leiterin des Kinderhauses Regenbogen, dem Kreisbote, könnten die Eltern darüber informiert werden, ob ihre Kinder im kommenden Schuljahr einen Hortplatz bekommen.

Eva Veit

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