Zu wenig Wohnraum 

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Der SPD-Fraktionsvorsitzende, Armin Ländle (links), im Gespräch mit SWW-Geschäftsführer Martin Kaiser.

Oberallgäu – Bei einem Besuch der SPD-Kandidaten für die Kommunal- und Landratswahl beim SWW wurde offenbar, dass gerade im mittleren Preissegment das Angebot an Wohnungen im Landkreis rar ist.

„Die zahlreichen Wohnungen aus unseren Gründerjahren um 1950 stellen für das SWW ein großes Problem dar.“ so Geschäftsführer Martin Kaiser. „Damals war es dringend notwendig, innerhalb kurzer Zeit sehr viel Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Heute sind das Mietwohnungen im untersten Preissegment mit nicht einmal vier Euro pro Quadratmeter.“ 

Trotzdem könnten sich viele Mieter eine Erhöhung der Mieten um ein bis zwei Euro pro Quadratmeter, die durch eine energetische Sanierung fällig würden, nicht leisten. Deswegen gebe man sich oft mit kleineren Sanierungsmaßnahmen, wie einem frischen Anstrich, zufrieden. Was äußerlich von einer grundlegenden Sanierung nicht zu unterscheiden sei. 

Dadurch werde aber das Fehlen von Wohnraum im mittleren Preissegment nicht behoben. Es gebe viele Menschen, die gut sanierte oder neuere Wohnungen suchen und dafür auch entsprechend bezahlen würden. Oft seien dies auch ältere Menschen, die barrierefreie Wohnungen mit einem Aufzug suchen. Nachdem es hier aber einen entsprechenden Mangel gebe, drückten diese Wohnungssuchenden ins untere Preissegment, was hier zu erheblichen Engpässen führt. 

Armin Ländle, der Vorsitzende der SPD Kreistagsfraktion, wünschte sich eine weitgehende energetische Sanierung der Altbauten, sieht aber wie Kaiser, eine soziale Problematik. Es gebe, so Kaiser auf Nachfrage, für die Wohnungen eine Warteliste, die sich an sozialen Richtlinien orientiere. Insgesamt gelinge es die Bewerber zügig in Mietverhältnisse zu bringen. 

Kaiser forderte von der Politik eine bedarfsgerechte Wohnraumförderung, auch wenn dies für die Kommunen oft mit finanziellem Verzicht verbunden sei. Die ebenfalls anwesenden SPD-Kandidaten Jörg Hilbert für den Landrat und Klaus Häger für den Sonthofer Bürgermeister sicherten dem SWW Geschäftsführer zu, gemäß seiner Forderung im Falle ihrer Wahl den Wohnungsbau zur Chefsache zu machen.

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