"Komm, ich zeig dir meine Welt"

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Die Kinder der Hummel- und der Bärengruppe nahmen die Besucher mit auf eine Reise in den Orient.

Sonthofen – Am Wochenende feierte die Johannis Kindertagesstätte in Sonthofen ihr 60-jähriges Jubiläum. Nach dem offiziellen Teil am Freitag nahmen die Kinder am Samstag die zahlreichen Besucher im Haus Oberallgäu unter dem Motto „Komm, ich zeig dir meine Welt“ mit auf eine Reise um den Globus.

In den vergangenen 60 Jahren habe sich viel verändert in der Kindheit, betonte Dekan Jörg Dittmer bei seiner Ansprache am Freitag. Man könne heute den Eindruck bekommen, dass Kindheit nur noch aus Bildung bestehe, ohne Raum zur freien Entfaltung, ohne Zeit zum zweckfreien Spiel. Kindergärten, wie die Johannis Kindertagesstätte als größte Einrichtung im evangelischen Dekanatsbezirk Kempten, seien „die Verteidiger der Kindheit.

„Es ist und war der Stadt Sonthofen ein besonderes Anliegen, gute Kinderbetreuungseinrichtungen anzubieten“, sagte 3. Bürgermeisterin Ingrid Fischer bei ihrem ersten offiziellen Auftritt. Deshalb beteilige sich die Kreisstadt mit an den Kosten der Einrichtung, deren Träger die evangelische Kirchengemeinde ist.

Kirchenvorstand Roland von Bressensdorf nahm die Gäste der offiziellen Jubiläumsfeier dann mit auf eine Reise in die Geschichte der Kindertagesstätte. Bereits 1948 war im Gemeindesaal des alten Pfarrhauses ein Kindergarten für 25 Kinder eingerichtet worden. Dass diese Lösung jedoch nur provisorisch sein konnte, lässt sich auch daran erkennen, dass die Kinder, wenn am Nachmittag andere Gruppen in den Gemeindesaal kamen, nach draußen oder in die Sakristei ausweichen mussten.

Die Zahl der Kinder stieg immer weiter an, weshalb 1954 – mit finanzieller Unterstützung der Marktgemeinde und der Gebrüder Rössler, Eigentümer der Firma Ergee – am heutigen Standort das „Johannis Kindertagesheim“ eröffnet wurde. Dort wurden 150 Kinder und 15 Säuglinge betreut – im damals einzigen Kindergarten in Bayern, der auch Säuglinge aufnahm, so von Bressensdorf. Ab 1955 konnten auch Krabbelkinder das Kindertagesheim besuchen, ab 1959 war zudem ein Hort im Untergeschoß untergebracht.

Da der Kindergarten bald „aus allen Nähten platzte“, wie von Bressensdorf betonte, bekam das Gebäude 1965 ein weiteres Stockwerk, und bereits 1970 wurde das Dachgeschoß ausgebaut.

Aus finanziellen Gründen musste 1983 der Kinderhort schließen, die Kinder gingen ab diesem Zeitpunkt in den städtischen Hort – welcher allerdings seit dem Jahr 2000 wieder unter der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde steht. Den Wandel der Lebens- und Arbeitsumstände kann man besonders an der Geschichte der Kinderkrippen beobachten: Im Jahre 1986 musste die Krippe in der Johannis Kindertagesstätte wegen zu geringer Nachfrage aufgelöst werden; nachdem bereits im Kinderhaus Regenbogen, ebenfalls unter evan- gelischer Trägerschaft, zwei Krippengruppen bestanden, können Kinder unter drei Jahren seit 2005 auch in der Johannis Kindertagesstätte wieder eine Krippe besuchen.

Eine Reise um die Welt

Am Samstag standen dann die Kinder im Mittelpunkt. Endlich durften sie zeigen, was sie schon seit Monaten einstudiert hatten. Jede Gruppe hatte sich ein Land oder einen Kontinent ausgesucht. Bereits seit Beginn des Kindergartenjahres hatten die Kinder viel über die jeweilige Region der Welt gelernt. Unter dem Motto „Komm, ich zeig dir meine Welt“ führten die Kinder in tollen Kostümen ihre Stücke auf: die Krippenkinder sangen ein italienisches Lied, die Kinder der Regenbogengruppe ein rumänisches. Die Eichhörnchengruppe entführte die Besucher nach Afrika, die Raben nach Australien. Zu den Klängen von „Kalinka“ tanzte die Igelgruppe, die Hummeln machten gemeinsam mit den Bären eine Reise in den fernen Orient – die Zuschschauer belohnten die Kinder mit frenetischem Beifall.

Mit einem Fest in der Kindertagesstätte fand das Jubiläum im Anschluss an die Aufführung seinen Abschluss. Bei Kaffee, Kuchen oder auch Wienerle konnten die Eltern und Verwandten der Kinder noch gemütlich zusammensitzen, und die Kinder konnten dank des guten Wetters im großen Garten der Johannis Kindertagesstätte herumtoben.

Eva Veit

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