Jetzt fünfmal "Das Höchste"

Die Dachmarke der Oberstdorfer und Kleinwalsertaler Bergbahnen „Das Höchste“ wird zukünftig fünf statt bisher vier Berge umfassen. Die Kleinwalsertaler Bergbahn AG erwirbt die Anteile der Ifen-Bergbahnen zu 100 Prozent. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Seit Jahren gibt es Kontakte zwischen den Gesellschaften und spuken Fusionspläne in den Köpfen der Beteiligten. Doch war bisher die Zeit nicht reif für eine umfassende Zusammenarbeit.

Nun ging es plötzlich sehr flott. Am Freitag vergangener Woche verkündeten die Vertreter der Unternehmen den Vollzug der Übernahme. Ein entsprechender Beschluss muss noch auf der Hauptversammlung der Kleinwalsertaler Bergbahn AG im Juni gefasst werden, bevor am 1. Juli der Verkauf perfekt wird. Kooperation statt Wettbewerb und Konkurrenz zum Vorteil der Gäste, heißt dann die Devise. „Das Höchste besteht zukünftig aus fünf Bergen“, freute sich Vorstand Augustin Kröll über den willkommenen Zuwachs. Jeder Berg werde besonders positioniert, betonte er den unterschiedlichen Charakter der einzelnen Bahnen. Bereits im kommenden Winter wird es ein gemeinsames Ticketangebot geben, steht für ihn zuerst das Skifahren im Mittelpunkt der Fusion. „Mit diesem Schritt soll die wirtschaftliche Grundlage des Tales erneut gestärkt werden“, erklärte Bernd Kuhn, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kleinwalsertaler Bergbahnen. Die beiden Vertreter der Hauptaktionäre Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer (Vorsitzender des AÜW-Aufsichtsrates) und Magister Willi Fritz (Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Holding Kleinwalsertal) sehen die Transaktion „als Engagement zur weiteren Stärkung der heimischen Wirtschaft“. Nach den großen Investitionen der letzen Jahre sei nun der Ifen ein weiterer wichtiger Schritt, die Attraktivität des Tales insbesondere beim Wintersportangebot zu festigen, sehen die Verantwortlichen den Erwerb als ideale Ergänzung. Ein künftiges Entwicklungskonzept werde man in Ruhe „unter Einbezug von Fachleuten aus dem Tal erarbeiten“, erklärten die Vorstände Georg Fahrenschon und Augustin Kröll. Die Rede ist von einem Sanierungsbedarf bis zu 40 Millionen Euro. Auf Fragen, wie die zukünftige Entwicklung aussieht, wollten die neuen Besitzer keine konkreten Angaben machen. Diese Überlegungen und Entscheidungen müssten erst noch reifen, hält man sich noch bedeckt. In diesem Jahr sind auf jeden Fall noch keine Investitionen vorgehen. Klar ist aber, dass auch am Ifen die Ausweitung der künstlichen Beschneiung ein Thema sein wird. Ein weiteres, seit Jahren ungeklärtes Problem, ist der Sommerbetrieb der 2. Sektion der Bahn von der Ifenhütte Richtung Hahnenköpfle. Trotz mehrerer Anläufe wurde aus Gründen des Naturschutzes dem bisherigen Betreiber hier kein Sommerbetrieb genehmigt. Das angrenzende Gottesackerplateau gilt als einzigartiges Karstgebiet in den Nördlichen Kalkalpen und ist entsprechend geschützt. Man sei „auf der Stelle getreten“ und „mit Neubauplänen nicht vorangekommen“, machte Noch-Besitzer Alfons Herz die Situation der letzen Jahre deutlich. Einzelkämpfer sein, lohne sich nicht mehr. Zukünftig „liege nun alles in einer Hand“, sieht er den Käufer als „logischen Partner“. Dieser könne erreichen, den Ifen so auszubauen, wie man sich dies seit Jahren vorgestellt habe, ist er nicht traurig über den Abschied. Die bisherigen Besitzer sind Alfons Herz aus dem Kleinwalsertal und die Industriellenfamilie Merckle aus Blaubeuren mit 82 Prozent der Anteile. Die Familie Merckle war mit den Finanzproblemen ihres Firmenimperiums und dem tragischen Selbstmord des Firmenschefs in den letzten Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Darum war es für Eingeweihte keine Überraschung, dass sie sich nun von ihrem langjährigen Engagement im Kleinwalsertal trennt. Auch wenn die Anwesenden keinen Zusammenhang bestätigen wollten, dass die jüngsten Entwicklungen den Verkauf des Unternehmens beschleunigt haben.

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