Karten werden neu gemischt

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HEINRICH BONERT, Oberstdorf – Die Novellierung des neuen Flächennutzungsplans für Oberstdorf tritt nach über einjähriger Verzögerung - bedingt durch die Kommunalwahlen - nun in die entscheidende Phase. Im Sommer 2007 fand die erste öffentliche Auslegung mit anschließender Beratung und Anpassung der Entwurfsplanung statt. Nun machte der Gemeinderat den Weg für die zweite Auslegung frei. Die Bürger können sich dann noch einmal zu dem umfassenden Werk äußern und Einsprüche erheben. Danach werden diese erneut beraten und der Plan endgültig beschlossen. Der Flächennutzungsplan soll für die nächsten 15 Jahre als „Leitbild“ dienen und orientiert sich an Oberzielen zur Entwicklung des Hauptortes und seiner Ortsteile. Unter anderem sind hier der Erhalt des Grüngürtels um Oberstdorf, die Freihaltung von Überschwemmungsflächen, die Ortsgestaltung und die Aufwertung des Ortskernes genannt. Weitere Zielsetzungen befassen sich mit der Tourismusentwicklung, dem Verkehr, der Land- und Forstwirtschaft und dem Schutz der Landschaft. Festgelegt wird auch welche Fläche zukünftig für Wohnraum, Gewerbe, touristische Sondernutzungen, Verkehrsflächen etc. reserviert oder ganz von Bebauung frei gehalten werden sollen. Werner Dehm vom federführenden Planungsbüro erläuterte nochmals, dass ein Flächennutzungsplan nur die Leitziele und Konzepte der weiteren Entwicklung des Ortes vorgibt. Damit seien noch keine konkreten Projekte oder Baumaßnahmen beschlossen. Trotzdem entspann sich im Gemeinderat eine kontroverse Diskussion vor allem zu den Punkten Verkehr und Hochwasserschutz. Diese waren bei den Beratungen vor einem Jahr ein Stück weit ausgeklammert worden, weil hier noch fachliche Aussagen ausstanden und Beratungsbedarf gesehen wurde. Rudolf Götzberger (Freie Wähler) bestand darum darauf, zuerst noch einmal ausführlich das Verkehrsthema zu diskutieren, bevor man sich hier auf Zielsetzungen festlegt. Die so genannten Ostumgehung und die Einrichtung von neuen Parkplätzen im Südosten widersprächen den Zielen einer Verkehrsberuhigung. Die Mehrheit des Gremiums wollte keine weiteren Verzögerungen und entschied, den Flächennutzungsplan möglichst flexibel zu handhaben und sich viele Optionen offen zu halten. Einzelentscheidungen blieben schließlich in den Händen des Gemeinderates. Man müsse bei dem Verfahren „endlich weiterkommen“, so Edmund Seiller (CSU) und auch Günther Meßenzehl (UOL) sieht „dringenden Anpassungsbedarf“. Alexander Rößle (SPD) und Toni Huber (CSU) machten auf die Notwendigkeit aufmerksam, günstigen Baugrund und Wohnraum für junge Familien bereit zu stellen. Bei der Hochwasserproblematik verlasse man sich, so Walter Dehm, auf die Aussagen des Wasserwirtschaftsamtes. Hier gebe es zum wiederholten Mal neue Modellrechnungen zur Größe der notwendigen Überschwemmungsflächen. Diese sollen allerdings erst in ein paar Monaten vorliegen. Bei zahlreichen Ortsbegehungen habe man viele Bauwünsche im Außen- und Ortsrandbereich abgelehnt und nur kleinere Abrundungen im Kernort und den Ortsteilen zugelassen, so der Planer.

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