Grünen-Bundestagsabgeordneter Kekeritz besucht Oberstdorf

"Globale Armut bekämpfen"

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Die Fluchtursachen können nur durch die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsländern verbessert werden, so die Meinung des Grünen Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz (Bildmitte). Empfangen wurde er in Oberstdorf vom Landtagsabgeordneten Ulli Leiner (von links), Kreissprecherin Elfriede Roth, der Oberstdorfer Ortsprecherin Bergith Hornbacher-Burgstaller und dem Landtagsabgeordneten Thomas Gehring.

Oberstdorf – Bei seinem Besuch in Oberstdorf machte der Bundestagsabgeordnete der Grünen Uwe Kekeritz deutlich, dass die Fluchtursachen auf der Welt nur durch gerechte Lebensbedingungen in den Herkunftsländern bekämpft werden können. Ein Beitrag kann dabei der Handel und die Verwendung von fair gehandelten Produkten sein.

Der gebürtige Allgäuer Uwe Kekeritz ist Sprecher für Entwicklungspolitik der Grünen-Fraktion im Bundestag mit Schwerpunkten auf internationale Zusammenarbeit und globale Gerechtigkeit. Die Fluchtursachen können für ihn nur durch die Verbesserung der Lebensbedingungen in den betroffenen Ländern verhindert werden. „Globale Armut muss endlich bekämpft werden“, so der Abgeordnete in seinem Vortrag. Dazu gehörten faire Handelsstrukturen, die Stärkung der Landwirtschaft in den betroffenen Ländern, eine gerechte Wirtschafts- und Steuerarchitektur, der Verzicht auf Waffenexporte, und das Voranbringen der Energiewende. Es gebe in der Entwicklungspolitik gute Ansätze – doch würden diese durch die globalen Strukturen konterkariert. So zerstörten billige Lebensmittel aus Europa die afrikanischen Märkte. Kekeritz ging auch auf die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA ein. Aus seiner Sicht verschärfen diese die Ungleichheiten, nutzen vor allem den multinationalen Konzernen und schaffen undemokratische Strukturen.

Kekeritz findet die aktuelle Diskussion über die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland „entwürdigend“. Sie führe zu einem Rechtsruck und nutze nur der AfD. 85 Prozent der Flüchtlinge weltweit würden nicht von den Industriestaaten sondern von den Entwicklungsländern aufgenommen. Die „europäische Abschottungspolitik und Rücknahmeabkommen mit undemokratischen Staaten und Diktatoren“ nannte er „unsozial“.

Im Gespräch mit der Fairtrade-Steuerungsgruppe der Gemeinde sprach Kekeritz sich für die Stärkung des Fairen Handels aus. Er bringe Verbesserungen für Millionen von Menschen in den Entwicklungsländern. Auf Antrag der örtlichen Grünen ist Oberstdorf inzwischen dabei den Titel „Fairtrade Town“ zu erwerben. Er warb für eine Kombination von Fairtrade-Produkten und regionalen Produkten, um auch die heimische Landwirtschaft zu stärken. „Fluchtursachen bekämpfen fängt auch bei uns zu Hause an.

Jeder von uns muss sich beim Einkauf fragen, wo seine Verantwortung liegt“, so Kekeritz. Bei seinem Besuch in einer Oberstdorfer Asylunterkunft diskutierte der Abgeordnete mit Flüchtlingen und Mitgliedern des Oberstdorfer Helferkreises. Aktuell erhielten in Oberstdorf drei irakische Familien einen Ablehnungsbescheid auf ihren Asylantrag. Für Kekeritz sind Abschiebungen in Krisenländern „unverantwortlich“. Es sei „absurd und zynisch“ immer mehr Länder zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Mitglieder des Helferkreises kritisierten den Inhalt des geplanten Bayrischen Integrationsgesetzes. Sie befürchten massive Nachteile für die Flüchtlinge und Beeinträchtigungen der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort.

Heinrich Bonert

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