Juwel mit Schönheitsfehlern

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Die Deckenkonstruktion der Dreifaltigkeitskirche in Bad Hindelang ist durch Fäulnis und Insektenbefall im Dachraum stark geschädigt.

Bad Hindelang – Die Dreifaltigkeitskirche in Bad Hindelang, ein sakrales Juwel, steht unter Denkmalschutz. Sie wurde 1748 zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit eingeweiht. Die Kirche wird gerne von Menschen aus nah und fern zu Hochzeiten und Taufen ausgewählt, doch leider nagt an ihr der Zahn der Zeit.

Wer genau hinsieht, kann sie mit bloßem Auge erkennen: feine Risse, die sich im Chorbogen durch die Stuckdecke ziehen. Ein Statikgutachten hat nun die Ursache ans Licht gebracht: Die Rissbildung ist auf eine Belastung des Chorbogens durch die Deckenkonstruktion zurückzuführen, welche durch Fäulnis und Insektenbefall im Dachraum stark geschädigt ist. Um die Bausubstanz zu erhalten, sind in absehbarer Zeit umfassende Sanierungsarbeiten nötig. Die Kosten werden auf rund 55.000 Euro geschätzt – hinzu kommen Kosten für die Arbeit eines Restaurators. 

Für die Finanzierung des Projektes wird bereits fleißig gesammelt. Deshalb veranstaltet die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Hindelang am Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr, in der Dreifaltigkeitskirche ein Konzert mit Barock- und Kirchenmusik. Claudia Wagner (Sopran, Violine), Matthias Wagner (Tenor) und Daniela Bartha (Cembalo, Klavier), die unter dem Namen „Wagner, Bartha & friends“ schon letzten Sommer ein Konzert in der Dreifaltigkeitskirche gaben, werden an diesem Abend von Hans-Jörg Gehring aus Gunzesried (Kontrabass) unterstützt. Auf dem Programm stehen Teile der geistlichen Konzerte von Schütz, Arien aus „Samson“ von Händel, Barocksonaten für Kontrabass und Cembalo, aber auch romantische Duette von Mendelssohn und Brahms, sowie eigene Kompositionen und Improvisationen. Der Eintritt ist frei. Spenden zu Gunsten der Sanierung werden.

Hans Ehrenfeld

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