Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Oberallgäu

Kurs "Handwerk 4.0"

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Hans-Peter Rauch (rechts), der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, und Kreishandwerksmeister Ulrich Kennerknecht (von links) und der Stellvertretende Oberallgäuer Landrat Alois Ried gratulierten den Innungsbesten Markus Klaus, Vanessa Eberle, Andreas Eberle und Roman Ruf.

Fischen – Mit der Freisprechungsfeier begrüßte die Kreishandwerkerschaft Oberallgäu in Fischen 77 junge Gesellinnen und Gesellen im Kreis der Berufskollegen. Die Innungsbesten des Jahrganges wurden mit besonderen Preisen gewürdigt.

Im Großen und Ganzen zeigten sich die „fertigen“ Junghandwerkerinnen und -handwerker zufrieden mit ihrer Ausbildung und der Berufswahl. Allerdings hat kaum einer vor, die Tradition der „Walz“ aufzugreifen und nach Ende der Lehrzeit erst einmal durchs Land zu ziehen, um da und dort weitere Praxis in seinem Beruf zu gewinnen. Die meisten bleiben erst einmal ihrem Ausbildungsbetrieb treu.

Tradition des bodenständigen Handwerk und „Handwerk 4.0“ – wie passt das zusammen – handwerkliches Können und Digitalisierung? Das wollte Moderator Thomas Häuslinger zum Beispiel vom Leiter der Berufsschule Immenstadt, Dieter Friede, wissen. „Wir stehen mitten in großen Veränderungen in vielen Berufsfeldern. Dem muss die Ausbildung wo immer möglich Rechnung tragen.“ Die Ausstattung der Berufsschulen müsse stimmen und die Lehrkräfte diesen Bereich der Ausbildung fördern, betont Friede.

Der digitale Wandel auch im klassischen Handwerk sei unausweichlich – ob man davon begeistert sei oder nicht, findet der Oberallgäuer Kreishandwerksmeister Ulrich Kennerknecht. „Sonst ist man schnell abgehängt.“ In wenigen Jahren werde die Digitalisierung „voll Eingang im Handwerk“ gefunden haben. Kennerknecht: „Es reicht nicht mehr, im Handwerk zwei gesunde Hände zu haben und zuzupacken.“ Man müsse mehr denn je Köpfchen mitbringen...

„Anpassen oder abgehängt werden“, meint auch der Autor des Buches „Unternehmen 4.0“, Alexander Kostgeld, ein gebürtiger Oberallgäuer. Wie in der industriellen Produktion, komme der Vernetzung in vielen Bereichen, und nicht zuletzt im Handwerk, zunehmende Bedeutung zu.

Als Beispiel nannte der Präsident der Handwerkskammer Schwaben, Hans-Peter Rauch, seinen eigenen Betrieb, eine mittelständische Metzgerei in Waltenhofen: „Von der Metzgerei 4.0 kann man zwar noch nicht sprechen, doch die Vernetzung geht voran, vor allem im Verkauf.“ Das Thema biete aber auch dem Handwerk neue Chancen; für manche könne es sogar eine Überlebensstrategie sein.

77 Gesellinnen und Gesellen wurden offiziell von ihren Pflichten als Auszubildende freigesprochen und als vollwertige Kollegen im Handwerk begrüßt. Die Gesellenbriefe gab es für alle, die die Abschlussprüfung erfolgreich ablegten. Sonderpreise erhielten zudem die Innungsbesten des Jahrganges: Markus Klaus (Maurer) aus Burgratz, Vanessa Eberle (Maler / Lackierer) aus Sonthofen, Andreas Christopher Eberle (Schreiner) aus Altusried und Roman Ruf (Zimmerer) aus Wertach, sowie Patrick Rechtsteiner für das freiwillige Gesellenstück.

Traditionell zur Freisprechungsfeier wird auch der „Duale Förderpreis Holztechnik / Schreiner“ vegeben fürdie besten Schuabschlüsse und beste Gesellenprüfungen. Die drei Preise im Gesamtwert von 450 Euro gingen diesmal an Valentin Wagner, Dominik Fechtig und Andreas Eberle. Initiatoren des speziellen Förderpreises, der heuer bereits zum fünften Mal vergeben wurde, sind ehemalige Lehrkräfte des Staatlichen Berufsschulzentrums Immenstadt, Fachbereich Holztechnik/Schreiner.

Josef Gutsmiedl

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