Grüne Tour durchs Oberallgäu

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Werbung für eine „Allgäu-Bahn“ machten die Grünen beim Start ihrer Tour in Kempten: von links Michael Schropp, Elfriede Roth, Thomas Frey, MdL Ulli Leiner, Jürgen Schmid (Pro Bahn), Christine Rietzler, die Fraktionsvorsitzende Ulrike Hitzler und. MdL Thomas Gehring.

Oberallgäu - „Wir starten zu einem der letzten großen Abenteuer im Oberallgäu“, witzelte Grünen-Kreisrat Thomas Frey bevor es losging. Die Kreistagsfraktion der Grünen hatte als „politischen Selbstversuch“ beschlossen, einen Tag kreuz und quer mit Bus und Bahn durch den Landkreis zu fahren um zu sehen, wie gut der öffentliche Personennahverkehr ÖPNV funktioniert und wo Verbesserungen notwendig sind.

Start war am Busbahnhof in Kempten, wo die Kreisräte mit einem Plakat auf das Projekt „Allgäu-Bahn“ aufmerksam machten. Auf der Bahnfahrt von Kempten nach Oy-Mittelberg und retour wies Jürgen Schmid vom Fahrgastverband Pro Bahn auf die Langsamfahrstellen und die Möglichkeit von der Beschrankung bzw. Auflassung von Bahnübergängen hin.

Zurück in Kempten fiel auf, dass der Busverkehr oft nicht auf die Ankunft der Züge abgestimmt ist. Nach Ansicht der Grünen müsste der Platz vor dem Kemptener Hauptbahnhof zu einer Mobilitätsdrehscheibe mit ausreichend Park und Ride Parkplätzen, überdachten Fahrradstellplätzen und Carsharing-Angeboten umgebaut werden. Von Kempten ging es per Bus nach Immenstadt mit Halt bei der Firma Bosch in Seifen. Hier diskutierten die Teilnehmer mit Personalleiter Bernhard Lösel und Betriebsratchef Dieter Lochbihler über die Möglichkeit eines Bahnhaltepunktes beim Boschwerk und über die Mobilität der Mitarbeiter. Weiter ging es mit dem Bus nach Vorderburg, um die Kreisstrasse Vorderburg-Greifenmühle anzuschauen.

Zurück in Immenstadt stand die letzte Etappe mit der Bahn nach Oberstdorf mit Zwi-schenstopp in Fischen an. Hier erläuterte Gemeinderat Jürgen Groß den Kreisräten die Situation auf der B19 nach der Ablehnung des Tunnelprojekts durch die Bürger. Man wolle nun das Landkreiskonzept und eine Entscheidung über eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan abwarten, bevor man eine Entlastung von Fischen und Langenwang neu plane, sieht er ein Umdenken in der Gemeinde. Neue große Infrastrukturprojekte, wie etwa der Ausbau von Skigebieten am Riedberger Horn und am Söllereck würden die Verkehrsituation zusätzlich verschärfen, waren sich Groß und die grünen Kommunalpolitiker einig.

„Wir sehen noch eine Menge Verlagerungspotential auf den ÖPNV. Man muss nur konsequent die Voraussetzungen dafür schaffen“, so Frey in seinem Fazit nach knapp neun Stunden Reisezeit. Schwachpunkte sind für die Grünen die Langsamfahrstellen bei der Bahn, komplizierte Linienführungen mit Umwegen im Busverkehr und zum Teil mangelnde Informationen für die Fahrgäste. Dazu kommen zu viele unterschiedliche Tickets mit unterschiedlichen Geltungsbereichen und Rabatten.

Kernachse des ÖPNV soll die neu zu schaffende „Allgäu-Bahn“ zwischen Oberstdorf und der Innenstadt von Kempten sein. Von dieser sollen dann eng abgestimmt die Buslinien abgehen. Schwach ausgelastete Nebenstrecken könnten über Anrufsammeltaxis abgedeckt werden.

Heinrich Bonert

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