Theater vor der Haustüre

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„Theater wie in der Großstadt“ mit renommierten Schauspielern - von diesem Anspruch will die Kulturgemeinschaft Oberallgäu auch in Zukunft nicht abrücken.

Oberallgäu - „Ein Angebot wie in der Großstadt, aber zu konkurrenzlos günstigen Preisen“ – mit diesem griffigen Motto präsentiert die Kulturgemeinschaft Oberallgäu KGO das Programm der aktuelle Spielzeit. 

Das „Theater vor der Haustüre“, das die Kulturgemeinschaft Jahr für Jahr ins Oberallgäu holt, braucht den Vergleich mit Großstädten nicht scheuen. Umso bitterer für die Spitze der KGO, dass die vielen kulturellen Filetstücke auf der Bühne nicht das entsprechende Interesse beim Publikum finden. Am Angebot könne es nicht liegen, finden der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft, Alfons Zeller, und Geschäftsführer Hartmut Happel: Großstadtniveau. Auch die Preise für hochklassiges Theater und Schauspiel in der Region seien es nicht, die Bremswirkung entfalten könnten. Gerade mal 15 Euro kostet die einzelne Vorstellung, wenn man sich das „große Gesamtabonnement“ in der besten Kategorie gönnt, das immerhin neun Vorstellungen in Immenstadt und vier in Sonthofen beinhaltet, betonen Happel und Zeller. Der teuerste Platz im Freiverkauf gerade mal 25 Euro - zwei Kinokarten. Rund 400 Abonnenten zählt die KGO derzeit. Allerdings dünnt die Schicht der älteren, traditionellen Abo-Käufer zunehmend aus, und junges Publikum rückt kaum nach. Der Freiverkauf einzelner Stücke sei zum Teil sehr schwierig, so Alfons Zeller. Dank einiger großzügiger Sponsoren-Firmen (Zeller: „leider immer dieselben“) könne man mit dem Etat der KGO das hohe Niveau halten und in der gewohnten „Güte“ einkaufen. Diesen Standard wolle die KGO auf keinen Fall aufgeben. Mit im Boot sind auch Immenstadt mit 35000 Euro jährlich und Sonthofen mit 17000 Euro, sowie der Landkreis Oberallgäu. Das kulturelle Angebot in der Region sei zweifellos sehr groß. Gerade deshalb, so Zeller weiter, wolle die Kulturgemeinschaft „etwas Gehobenes bieten, was andere nicht im Repertoire haben“. Einen Seitenhieb können sich Zeller und Happel nicht verkneifen: Die Rolle, die die KGO als Anbieter kultureller Veranstaltungen einnehme, sei letztlich eine kommunale Aufgabe. „Klar ist auch: Kultur ist immer ein Zuschussgeschäft“, sagt Happel. Das Engagement der KG steht und fällt mit den geeigneten Räumlichkeiten, die „großes Theater“ auch zulassen. In Immenstadt gehe es nicht ohne den Hofgarten-Saal mit seiner Bühne und der Infrastruktur hinter den Kulissen, betont Zeller. Auch wenn der Saal derzeit mehr den Eindruck einer „Theaterwerkstatt“ mache, sei der Hofgarten unverzichtbar. Er, Zeller, wünsche sich dennoch „mehr Theateratmosphäre“. Die endlosen Diskussionen über die Zukunft der Hofgarten-Stadthalle kann Zeller nicht nachvollziehen. Letztlich stehe Immenstadt in einer Art langjähriger Kultur- und Theatertradition. Etwas wehmütig erinnert er an frühere Zeiten, wo Theaterfreunde in den 1960er und 70er Jahren oft jahrelang auf einen freien Abo-Platz warten musste. Damals habe der Theaterbesuch noch eine gesellschaftliche Rolle gespielt: „Sehen und gesehen werden...“ Ein „Geschenk“ für die Stadt Sonthofen hat die Kulturgemeinschaft heuer zusätzlich ins Programm genommen. Am Samstag, 11. Mai, gastieren die Augsburger Domsingknaben um 18 Uhr mit einem Muttertagskonzert in der Pfarrkirche St. Michael. Und auch der Sonthofer Theaterfrühling 2013 wird mit drei Aufführungen Ende April wieder von der KGO „bedient“. Das gesamte Programm der Spielzeit und Informationen zu den Vorstellungen gibt es im Internet unter

www.kulturgemeinschaft-oberallgaeu.de

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Josef Gutsmiedl

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