Lasst die Post im Dorf!

„Lasst die Post im Dorf“, forderte die SPD Oberstdorf noch einmal bei ihrem Informationsstand am Bahnhofsplatz in Oberstdorf und protestierte gegen die Pläne, die Postfiliale im Tourismusort zu schließen. Die im Rahmen einer Unterschriftenaktion gesammelten 3.400 Stimmen wurden dem Oberstdorfer Bürgermeister Laurent Mies übergeben und der Post AG zur Kenntnis gebracht. Mit welchem Erfolg? Nichtssagende Standardfloskeln, die eine „möglichst reibungslose und bestmögliche Anschlusslösung“ beschwören, keine wirklichen Antworten für die Betroffenen, kritiesiert Kathrin Bäuerle, die Erste Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes Oberstdorf

Und das sei am Infostand in Gesprächen mit den Menschen deutlich geworden. So wusste mancher gar nichts über die Schließung, die anderen, die bereits ihre Unterschrift für den Erhalt der Poststelle in Oberstdorf abgegeben hatten, fragen sich, was ihre Stimme nun eigentlich bewirkt hat, manche haben sich bereits resigniert mit der Situation abgefunden und viele berichteten über genau diese unsägliche Situation in vielen Orten in Deutschland und in Österreich, über „Anschlusslösungen“, die mit einer Verschlechterung des Services einhergingen, und über eigene Bemühungen um den Erhalt der eigenen Poststelle. So werde nicht weit von Oberstdorf auch im Kleinwalsertal unter Bürgermeister Werner Strohmaier um den Erhalt der Poststelle in Hirschegg gekämpft. Kathrin Bäuerle: „Kampflos aufgeben und uns mit Standardfloskeln der Post AG abspeisen lassen sollten wir uns in Oberstdorf nicht. Schließlich gehört zu einem funktionierenden Tourismusort auch eine funktionierende Infrastruktur – und dafür ist eine voll funktionsfähige Poststelle ein Muss. Hier sind alle gefragt, deren Stimme in Oberstdorf Gewicht hat.“ Die Menschen, die ihre Unterschrift abgegeben hätten, hätten sich eindeutig für den Erhalt der Poststelle in vollem Umfang ausgesprochen. „Doch das scheint gar nicht in Betracht gezogen zu werden, eine Partnerfiliale soll den Postservice übernehmen“, sagt die Ortsvereinsvorsitzende. Doch die Fragen der Bürger bleiben unbeantwortet: Wer wird die Partnerfiliale? Wie sehen die Geschäftszeiten und Konditionen aus? Wer garantiert, dass die Partnerfiliale auf unbegrenzte Zeit den Postservice erbringt? Wer garantiert die Kundennähe und persönliche und fachgerechte Bearbeitung der Anliegen der Postkunden? Wer garantiert die Arbeitsplatzsicherung für die Postangestellten zu gleichen Bedingungen? „Wir von der SPD Oberstdorf verlangen, dass dem Bürger diese Fragen endlich ehrlich beantwortet werden, bevor die Poststelle endgültig ihren Dienst in Oberstdorf einstellt, damit es wirklich eine „einvernehmliche“ Lösung geben kann. Denn ist die Post erst einmal zu, werden wir keine Antworten mehr bekommen!, befürchtet Kathrin Bäuerle.

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