Langer Winter bremst Arbeitsmarkt

Allgäu – Im Bereich der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen waren im März weniger Menschen arbeitslos gemeldet als noch im Februar. Im gesamten Monat behinderten Schnee und Eis jedoch eine deutliche Erholung des regionalen Arbeitsmarktes.

Im Gegensatz zum Vorjahr verbesserte sich die Situation in diesem Jahr nur leicht, denn insbesondere Mitarbeiter aus Außenberufen blieben weiter ohne Beschäftigung. Insgesamt waren im Bereich der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen 12.355 Menschen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote betrug 3,6 Prozent. 

Im Bereich der Geschäftsstelle Sonthofen, also im Landkreis Oberallgäu, waren 1.709 Menschen arbeitslos, eine Quote von 4,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Arbeitslosenquote im gesamten Allgäu 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahr, im Oberallgäu 0,3. „In diesem März waren wir von frühlingshaften Temperaturen weit entfernt. Viele Arbeiten im Freien waren daher nicht möglich, Kräfte aus dem Baugewerbe und ähnlichen Berufen konnten nur im geringen Umfang eine neue Beschäftigung aufnehmen“, sagt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. 

„Ich gehe davon aus, dass sich nach Ostern die Lage auf unserem regionalen Arbeitsmarkt signifikant verbessert.“ Insgesamt waren 352 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern weniger arbeitslos gemeldet als noch im Februar (im Raum Oberallgäu sind es zwölf weniger). Insbesondere aus witterungsabhängigen Branchen wie Land- und Forstwirtschaft oder Gartenbau waren weiterhin viele Menschen ohne Beschäftigung. Für Vermittlungsbemühungen standen im Arbeitgeberservice insgesamt 3.945 Stellenangebote aus dem Allgäu zur Verfügung. Im Vergleich zum Vormonat bedeutete das einen Zuwachs um 100 Beschäftigungsmöglichkeiten. Jedoch stellten Arbeitgeber im März 1.185 Arbeitsplätze neu zur Verfügung, gut 150 weniger als noch im Februar. 

Ausgeprägten Bedarf signalisierte der Metallsektor mit insgesamt 800 Jobangeboten. CNC-Fräser, Konstruktionsmechaniker, Schweißer und andere qualifizierte Fachkräfte wurden gesucht. In der Elektro- und Energietechnik sorgten mehr als 320 Angebote für rege Aktivitäten. Im Gesundheits- und Sozialwesen waren Sozialpädagogen, Physiotherapeuten und Erzieher gefragt. Auch eher ungewöhnliche Beschäftigungen wurden dem Arbeitgeberservice zur Besetzung angeboten. Einige Beispiele: Prüfingenieur, Leiter Fitness-Studio, Fachkraft Beauty und Wellness oder Fahrdienstleiter. Im vergangenen Jahr suchten Arbeitgeber im selben Monat noch intensiver nach Arbeitskräften, denn seinerzeit war das Stellenangebot im März um knapp 20 Prozent größer. 

In beinahe allen Personengruppen gab es einen leichten Rückgang bei den arbeitslos gemeldeten Menschen. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren 34 Personen weniger gemeldet als im Monat zuvor (Oberallgäu: 2), knapp zwölf Prozent aller arbeitslosen Menschen zählten zu dieser Altersgruppe. Zahlenmäßig fiel der Rückgang im Allgäu um 67 Kräfte bei den älteren Arbeitslosen stärker aus – im Oberallgäu hingegen waren im März 13 Menschen über 50 mehr als arbeitslos gemeldet. Mehr als jeder dritte arbeitslose Mensch gehört zur Generation 50-Plus, jeder Vierte ist im Alter von 55 Jahren oder mehr. Gerade in dieser Altersgruppe gäbe es jedoch viele qualifizierte Kräfte, die mit ihrer beruflichen Erfahrung ein großes Potenzial zur Linderung des Fachkräftemangels bieten.

Eva Veit

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