Gebremstes "Grünes Zentrum"

Immenstadt - Planungen für das „Grüne Zentrum in Immenstadt gibt es schon lange – doch das Projekt will nicht recht in die Gänge kommen. Der Landtagsabgeordnete Dr. Leopold Herz (Freie Wähler) hat beim Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den aktuellen Sachstand zum Grünen Zentrum in Immenstadt nachgefragt. Offenbar sind es weitere Wirtschaftslichkeitsbetrachtungen, die eine Entscheidung verzögern.

Herz: „Im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtages im November 2012 gab es vom Ministerium eine konkrete Zusage, dass 2013 endlich das seit langem geplante Grüne Zentrum in Immenstadt realisiert werden kann.“ Doch noch immer seien viele Fragen offen. Neben dem Bereich Forsten des Amtes für Landwirtschaft, sollen die Alpwirtschaftsakademie und die Teilzeitschule Hauswirtschaft sowie die im Verein „Wald.Holz.Land Allgäu“ vertretenen Verbände und Organisationen in einem Gebäude, dem „Grünen Zentrum“, untergebracht werden. Das Ministerium informierte Dr. Herz, dass eine Lösung durch Anmietung von Räumen in einem noch zu errichtenden Gebäude des Trägers Sozial-Wirtschafts-Werk des Landkreises Oberallgäu GmbH (SWW) auf einem Grundstück in Immenstadt umgesetzt werden könnte und fachlich befürwortet werde. Diese ermöglichte eine gemeinsame Unterbringung der in der Wertschöpfungskette des Wald & Holz-Sektors tätigen Akteure unter einem Dach und brächte damit erhebliche Synergieeffekte. In der derzeitigen Diskussion mit dem Staatsministerium der Finanzen gehe es nicht darum, dass verschiedene Standortoptionen geprüft werden, da es auch keinen konkreten Alternativstandort gibt, sondern dass die Zusage langfristiger Mietmittel für die Lösung mit dem SWW erfolge. Basis hierfür sei eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Ein durchgeführter Kapitalwertvergleich hatte zunächst Vorteile für einen staatlichen Eigenbau ergeben. Unter Einbeziehung des nicht mit Geld bewertbaren Nutzwertes ergebe sich ein leichter Vorteil für die Anmietlösung. Bei einer langfristigen Bindung von Mietmitteln in einer Größenordnung von deutlich über 100 000 Euro im Jahr sei es doch verständlich, dass nochmals alle Faktoren genau geprüft werden. Deshalb sei das Landwirtschaftsministerium in einem intensiven Dialog mit dem Finanzministerium. Es sei zu hoffen, so das Ministerium, dass eine abschließende Entscheidung möglichst bald getroffen werden kann. Dr. Herz kann diese Antwort nach einem Jahr weiterer Diskussionen so nicht akzeptieren. Er wird einen Dringlichkeitsantrag stellen, da beim Kapitalwertvergleich das Problem war, dass seitens des Freistaates Bayern bei der Variante Eigenbau keine Finanzierungskosten berechnet wurden. „Das spottet jeder kaufmännischen Betrachtung“, so Dr. Herz. Potentielle Vermieter bringe das ins Hintertreffen. Allein an diesen „Vergleichs-Wirtschaftlichkeits-Betrachtungen“ werde seit einem Jahr herum getüftelt.

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