Lust auf den Ausstieg

Bei der Kundgebung und dem Demonstrationszug gegen den „atomaren Wahnsinn“ gingen in Sonthofen 500 Menschen auf die Straße. Foto: Josef Gutsmiedl

Auch im Oberallgäu gehen die Menschen gegen die Atomkraft und die Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten auf die Straße. Dem Aufruf - der erst kürzlich aktiv gewordenen Initiative antiatom-oa - zu einem Demonstrationszug durch Sonthofen und anschließender Kundgebung auf dem Oberen Markt, folgten zwischen 500 und 600 Teilnehmer.

„Eine tolle Sache, wenn man die kurze Vorbereitungszeit bedenkt“, zeigte sich Mitinitiatorin Beate Schmid hoch zufrieden mit der Resonanz und bedankte sich bei allen, die sich bei der Aktion mit eingebracht hatten. Es sei wichtig zum bundesweiten Aktionstag gegen die Castortransporte auch im südlichsten Zipfel der Republik ein deutliches Zeichen zu setzen. In seinem Grußwort sprach Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl den bestehenden Energiekonsens an, der die Stadt Sonthofen zu Investitionen in andere Energieträger wie Kraft-Wärme-Kopplung und Wasserkraft angespornt habe. Er verwies auf die ungelösten Abfallprobleme der Atomkraft. Darum sei es gut, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren um möglichst bald energieautark zu werden. Seine Bemerkung, dass für eine Übergangszeit die Atomkraft noch benötigt werde, wurde allerdings mit einzelnen Pfiffen quittiert. Beate Schmid und Helmut Weidel verlasen ein „Sonthofener Manifest“, in dem kundgetan wird, dass man „keine Lust mehr auf die Lügen der Atomindustrie“ und „keine Lust mit diesem Dreck zu leben“ habe. Lust dagegen „auf die Kräfte von Sonne, Wind und Wasser“ und „eine Wirtschaftsform, die unsere Kinder nicht belastet“. Schon heute ließen sich Atomkraftwerke vom Netz nehmen ohne dass die Lichter ausgehen, so Weidel. Trotz des ernsten Themas herrschte bei der Kundgebung und beim Zug durch die Innenstadt eine entspannte Stimmung. Fahnen, Aufkleber, Transparente und diverse Lärminstrumente beherrschten für gut zwei Stunden das Bild. Die Demonstranten rollten bemalte Atommüllfässer – die unterwegs auch für Trommeleinlagen genutzt wurden - durch die Fußgängerzone. Mit Aufschriften der Orte mit atomaren Störfällen und Parolen wie „…strahlt noch in eine Million Jahre“. Immer wieder ertönten „Abschalten“- Sprechchöre. „Hört auf mit dem Generationenverbrechen“, verwies Monika Hitzler vom „Forum Gundremmingen“ bei der Schlusskundgebung darauf, dass „bis heute noch kein einziges Gramm Atommüll sicher entsorgt ist“. Der Protest müsse noch „massiver und intensiver“ werden, rief sie zum Widerstand gegen die Atompolitik von CDU/CSU und FDP auf. Helmut Weidel prangerte die „Rücksichtslosigkeit und Menschenverachtung“ an, die schon beim Abbau des Rohstoffs Uran stattfindet.

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