Landschaftspflegeverband will viele Projekte anpacken

Schätze im Allgäu heben

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Mit einer Pflegemahd wurde diese Quellflur bei Bettenried aufgewertet und der Lebensraum einer seltenen Orchideenart verbessert.

Oberallgäu – Die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes Oberallgäu-Kempten „kommt an“ und erfreut sich zudem einer wachsenden politischen Wertschätzung. Zu diesem Fazit kam der Vorsitzende des Verbandes, Herbert Seger, anlässlich der jüngsten Mitgliederversammlung.

Umso mehr werde sich der Landschaftspflegeverband noch besser aufstellen, etwa mit der Einstellung einer Fachkraft, die den Geschäftsführer unterstützten wird. Die Projektplanung für das laufende Jahr weist erneut ein umfangreiches Paket an Maßnahmen auf, die die klassische Landschaftspflege ebenso umfassen wie Naturschutzarbeit.

„Wir schieben eine große Bugwelle vor uns her“, sagt der Vorsitzende Herbert Seger mit Blick auf das sportliche Programm der Jahre 2016/2017. Die Planung umfasse immerhin mehr als 40 Projekte im Verbandsgebiet. „Aber was heuer nicht geht, das geht in den nächsten Jahren.“

Eine Entlastung, vor allem für den Geschäftsführer, Stefan Pscherer, soll die Einstellung einer Fachkraft sein. „Der Aufwand wird immer größer...“, betont Seger. Zudem muss sich Pscherer auch um den Zweckverband Naherholung kümmern, wo er ebenfalls als Geschäftsführer fungiert. Die zukünftige Mitarbeiterin, Leonie Schaefer, ist Biologin und wird ab Juli beim Landschaftspflegeverband „anpacken“. Herbert Seger streicht nicht zuletzt die „Outdoor-Kompetenz“ der neuen Mitarbeiterin heraus: sie werde auch mal mit Gummi­stiefeln im Gelände unterwegs sein. „Die Stiefel werden natürlich von uns gestellt.“ Über das Tagesgeschäft hinaus sei es wichtiges Ziel des Verbandes, möglichst weitere Fördermöglichkeiten zu eröffnen.

Gefragt um Anmerkungen nach dem Strickmuster „Lob und Tadel“ räumte der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz ein, dass es seinerseits nur Lob gebe. „Was der Landschaftspflegverband heute leistet, ist uns viel wert“, so Klotz. Der Tourismus im Allgäu sei auf die „wunderbare Landschaft“ angewiesen. Eine Landschaft, in der „viel Idylle und viele Edelsteine“ verborgen seien – man müsse sie nur heben und schleifen. „Es ist unsere Verpflichtung, eine erlebbare Landschaft zu schaffen“, betont Klotz. „Das ist nicht zuletzt das Verdienst des Landschaftspflegeverbandes.“ Er könne dessen Arbeit und den Einsatz des Geschäftsführers und aller Beteilgten nur loben, „vor allem die Landwirte, die bereit sind, die Maßnahmen durchzuführen und mitzuarbeiten“.

Der Landkreis jedenfalls werde dafür Sorge tragen, dass die bestmögliche Arbeit des Landschaftspflegeverbandes weiterhin gewährleistet sei, spielte Klotz auf eine aktuelle Krtitik der Kommunalaufsicht an, die eine schlüssigere Kostenzuordnung verlangt hatte.

Geschäftsführer Stefan Pscherer betrachtete in seinem Rückblick eine Vielzahl von abgeschlossenen Projekten. Auch er lobt den leidenschaftlichen Einsatz vieler Landwirte, die in den Landschaftspflegetrupps mitarbeiten und mitunter „geniale Ideen und Methoden entwickleln“, um optimalen Erfolg der Arbeiten zu garantieren. Der Erwerb von teuren Spezialgeräten und Maschinen setze zudem eine langfristige Zusammenarbeit voraus.

Mit Lob allein sei es nicht getan, meint Toni Weiler aus Oberstdorf und kritisiert in diesem Zusammenhang, dass staatliche Zuschüsse für solche Einsätze, etwa beim Vertragsnaturschutz, nicht schnell genug fließen. „Das geht so nicht.“ Für das Maßnahmenbündel des laufenden Jahres hat Pscherer 400 000 Euro veranschlagt. Die Personalkosten werden sich wegen der Neueinstellung auf fast 140 000 Euro verdoppeln. Zur Sicherung der Personalaufwendungen und der Finanzierung der weiteren Stelle verabschiedete die Mitgliederversammlung einen Erhöhung der Mitgliedsbeiträge sowohl für den Landschaftspflegeverband als auch für den Zweckverband Erholungsgebiete. Die Einnahmen würden entspreched der Kosten der geplanten und beantragten Maßnahmen aufgrund der 70-prozentigen Förderung ebenfalls deutlich steigen, so Pscherer. „Wir müssen aber viele Maßnahmen anpacken!“

Josef Gutsmiedl

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