Morbus Crohn: Selbsthilfevereinigung kooperiert mit Klinikum Immenstadt

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Dr. Nis Nissen vom Klinikum Immenstadt begleitet die Selbsthilfegruppe.

Immenstadt – Es begann vor zwei Jahren: Plötzlich litt Ina (Namen geändert) unter täglichen Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen. Was konnte dahinter stecken? Die 31-jährige Bürofachangestellte aus Sonthofen wurde „auf alle Intoleranzen“ wie etwa Lactose-Intoleranz getestet. Ohne Ergebnis.

Es dauerte ein Dreivierteljahr, bis die Diagnose nach einer Magen-Darm-Spiegelung in der Klinik Immenstadt feststand: „Morbus Crohn“, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Jetzt nahm Ina mit 14 anderen Betroffenen aus dem Allgäu an einem Wochenend-Seminar für Patienten im Gesundheitszentrum Immenstadt (GZI) teil. Veranstalter war die „Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung“ (DCCV) in Zusammenarbeit mit der Klinik Immenstadt.

„In Deutschland gibt es rund 350.000 Menschen mit einer solchen Erkrankung“, sagt der Gastroenterologe Dr. Nis Nissen, Chefarzt an der Klinik Immenstadt und Referent. Im Allgäu seien es zwischen 300 und 400 Patienten. Besonders junge Menschen ab etwa 20 Jahren seien von der lebenslangen, nicht heilbaren Krankheit betroffen, so Nissen. Gemeinsam mit der Oberärztin Dr. Surina Zakikhani von der Klinik Immenstadt informierte er über die Erkrankung und beantwortete Fragen.

Ina hat das erste Mal an einem solchen Seminar teilgenommen. Besonders gut gefiel ihr der Austausch mit anderen Betroffenen und die Möglichkeit, Tipps im Umgang mit ihrer Krankheit zu erhalten. Auch Petra hat den Besuch des Seminars nicht bereut. Sie hat schon mehrere Seminare besucht, in Immenstadt fand sie es gut, dass es nur einen kleinen Kreis an Teilnehmern gab und die gesamte Bandbreite der Erkrankung behandelt wurde. Bei der 50-jährigen Landwirtin aus Kempten stellten sich mit 23 Jahren die ersten Symptome ein. Mit einer Cortison-Therapie bekamen die Ärzte die Erkrankung recht schnell in den Griff.

Sie muss auf ihre Ernährung achten, die leicht verdaulich sein sollte: „Zwiebel und Knoblauch gehen gar nicht.“

Bei Ina hat die Behandlung mit Cortison nicht angeschlagen. Sie nimmt seit zwei Jahren Immunsuppressiva. Sie müsse insgesamt mehr auf sich achten, sagt die junge Frau, im wahrsten Sinne ein Bauchgefühl entwickeln. Früher sei sie öfter unterwegs gewesen, heute überlege sie es sich genau, ob sie sich mit Freunden zum Essen verabrede. Ungewohnte Kost, anstrengende Unterhaltungen, bezahlt sie oft mit Bauchschmerzen über Nacht.

Kontakt zu anderen Betroffenen in der Region finden Erkrankte unter anderem in der Selbsthilfegruppe Kempten/Oberallgäu, die sich einmal im Monat in Kempten trifft. Nähere Infos unter Telefon 08370/976544. Oder direkt bei der DCCV,www.dccv.de.

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