Am Gymnasium Sonthofen wurde der "Sonthofer Nachwuchspreis für Bildende Kunst" verliehen

"Bildschön" erhält den Preis

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Ziemlich voll war es am Mittwoch bei der Ausstellungseröffnung in der Aula des Gymnasiums Sonthofen. Die geladenen Gäste, Lehrer, aber auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler betrachteten die Kunstwerke ihrer Mitschülerinnen, die sie beim „Sonthofer Nachwuchsförderpreis für bildende Kunst“ eingereicht hatten.

Sonthofen – Vor großem Publikum fand vergangene Woche in der Aula des Gymnasiums die Eröffnung der Ausstellung zum „Sonthofer Nachwuchsförderpreis für Bildende Kunst“ statt. Den mit 2 500 Euro dotierten Preis durften Annika Neubert und Valeria Karas für ihr Werk „Bildschön“ in Empfang nehmen.

„Es bedeutet ziemlich viel Mut, wenn man seine Kunst ausstellt und sich der Kritik stellt“, sagte Benjamin Ulmschneider, Fachbetreuer Kunsterziehung am Gymnasium Sonthofen. Diesen Mut hatten acht Oberstufenschülerinnen des Gymnasiums Sonthofen bewiesen. Sie hatten, in enger Absprache mit ihrem Kunstlehrer, ein Kunstwerk aus dem Bereich der Bildenden Kunst erstellt und zum Kunstwettbewerb eingereicht. Eine Jury aus drei Mitgliedern – Ulmschneider sowie die Kunsthistorikerin Stephanie Schnürer und die Galeristin Edith Rieder – hatte dann die schwere Aufgabe, mehrheitlich zu entscheiden ob, und wenn ja welches Kunstwerk, preiswürdig ist.

Den „Sonthofer Nachwuchsförderpreis für bildende Kunst“ für Schüler des Gymnasiums Sonthofen hat die „Edith und Werner Rieder Stiftung“ ins Leben gerufen. „Ich wollte dem Bereich der bildenden Kunst eine besondere Stimulanz geben“, hatte Dr. Werner Rieder bei der Vorstellung des Preises im Mai erklärt. Schließlich, so Rieder bei der Ausstellungseröffnung am Mittwoch, sei „Kunst essentielle Nahrung für Geist und Seele“. Schulleiter Joachim Stoller bedankte sich bei Rieder mit den Worten, es sei „toll, dass jemand von außerhalb auf die Schule zukommt und sagt ‚ich hab was übrig für die Kunst.‘“ 1. Bürgermeister Christian Wilhelm hob hervor, dass es in Zeiten klammer Kassen in den Kommunen, wenn Kürzungen gerade im Bereich der Kultur gemacht würden, besonders wichtig sei, dass private Initiativen den künstlerischen Nachwuchs fördern.

Das Gewinnerkunstwerk „Bildschön“ von Annika Neubert und Valeria Karas setzt sich kritisch mit der Rolle der Frauen in der heutigen Gesellschaft auseinander und wie sie von der Gesellschaft beeinflusst werden. Das Werk ist ein Zusammenspiel von Foto und Performance. Ein Foto zeigt zwei jugendliche Mädchen, eingeengt und gleichgesetzt von und mit zwei Schaufensterpuppen, im Schaufenster eines Modegeschäftes. Ihre Gesichter ragen aus einer Leinwand heraus, mit der sie teilweise verschwimmen. Die Mädchen tragen schwarze Absatzschuhe, ein enganliegendes schwarzes Kleid, haben glattes, blondes Haar und tragen roten Lippenstift. Wie Püppchen starren sie in eine unbestimmte Richtung, das Schaufenster verleiht den Eindruck, sie seien eingesperrt. Es könnte aber auch eine Schutzwand vortäuschen, die nicht vor Blicken von Außen schützt...

Das Gewinnerkunstwerk wird auch nach dem Ende der Ausstellung in der Aula im Gymnasium Sonthofen verbleiben. Das Reglement des Nachwuchsförderpreises sieht vor, dass die prämierten Werke im jährlichen Wechsel an die Stadt Sonthofen und an den Landkreis übergehen. Das erste Gewinnerkunstwerk geht an die Stadt Sonthofen, welche verpflichtet ist, das Werk dauerhaft für die Öffentlichkeit frei zugänglich auszustellen.

eva 

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