100 Jahre Bund Naturschutz Schwaben

Basislager der Umweltbildung

+
BN-Landesbeauftragter Richard Mergner (von links), Staatsminister Marcel Huber, BN-Chef Hubert Weiger, Vize-Landrat Anton Klotz , Regierungspräsident Karl-Michael Scheufele und Immenstadts Zweiter Bürgermeister, Thomas Wurmbäck, auf ihrer Runde durch den Aktionsparcours am Großen Alpsee.

Immenstadt – Hoher Besuch am Alpsee: Zum 100-jährigen Jubiläum des Bund Naturschutz (BN) in Schwaben war neben dem Vorsitzenden des BN, Prof. Dr. Hubert Weiger, auch der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr.Marcel Huber, an den Großen Alpsee gekommen.

Umweltbildung wird beim Bund Naturschutz seit jeher groß geschrieben. Und im neuen Naturerlebniszentrum Allgäu NEZ in Immenstadt-Bühl zieht der BN alle Register der Umweltpädagogik und bietet „Natur zum Begreifen“. Zum 100-jährigen Jubiläum des Bund Naturschutz in Schwaben brachte Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Hubel jetzt die offizielle Anerkennung als „Umweltstation“. Umweltbildung ist eine Kernaufgabe des BN - seit der Gründung des Naturschutzverbandes im Jahr 1913. Im NEZ im AlpSeeHaus in Bühl werde diese Aufgabe Ernst genommen und durch eine Vielzahl von Angeboten auf hohem Niveau „gelebt“, so BN-Chef Hubert Weiger. Staatsminister Huber würdigte den Wert der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit für die Gesellschaft.

Der Staatsminister hatte quasi als „Geburtstagsgeschenk“ für den Bund Naturschutz die offizielle Anerkennung des Naturerlebniszentrums NEZ Allgäu als Umweltstation. Sowohl Weiger als auch Huber sahen den ehrenamtlichen Naturschutz in Vereinen und Verbänden als wichtigen Impulsgeber für die Politik. Damit ging ein großer Wunsch des Bund Naturschutz in Schwaben – und der Kreisgrupe Kempten-Oberallgäu – in Erfüllung. 

Schon als das AlpSeeHaus vor wenigen Jahren „Sitz“ des Naturerlebniszentrums wurde, war das Prädikat „Umweltstation“ angestrebt worden. „Umweltbildung ist eine originäre Aufgabe des BN“, beschrieb der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, Björn Reichelt, dieses „Tagesgeschäft“ der Verbandsbasis. Das AlpSeeHaus sei das „Basislager“, der BN hier gut angekommen und angenommen. „Viele kleine Nadelstiche“ bringt Immenstadts Zweiter Bürgermeister, Thomas Wurmbäck, mit dem BN in Verbindung. Diese Nadelstich trügen zur Bewusstseinsbildung bei; Umweltthemen seien längst salonfähig und „ganz oben“. 

Dieser Stellenwert, den Umweltthemen seit zwei, drei Jahrzehnten inne hätten, ergänzte Vize-Landrat Anton Klotz, sei zu einem großen Teil dem BN zuzuschreiben. Dabei sei auch die „Basisarbeit vor Ort – meist im Verborgenen“ in ihrer vielfältigen Art, wertvoll. Klotz stellte eine gute Zusammenarbeit von Naturschutzverbänden, Kommunen, Kreisverwaltung und Behörden fest. Inzwischen, so stellte Klotz fest, finde ein reger Austausch verschiedener Sichtweisen statt, „um zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen“. Zur Zeit sei das Thema Regenerative Energien in der Diskussion, so Klotz weiter. 

Der BN habe schon lange vor Fukoshima auf die Energiewende hingewiesen. Dabei zeige sich allerdings, dass der Ausbau dieser Sparten schnell gefordert werde, die Umsetzung vor Ort aber ebenso schnell auf Widerstand stoße. Schon bei der Gründung des BN im Jahr 1913 sei als wesentliche Aufgabe aufgezeigt worden, so BN-Vorsitzender Prof. Dr. Hubert Weiger, dass es gelte, nicht nur Verständnis zu zeigen, sondern sich mit Herausforderungen auseinander zu setzen. Opposition gegen allzu strikte Ordnung, laute die Devise auch heute noch, so Weiger. 

Die „wertvolle Arbeit, die nicht im Rampenlicht steht“ sei eine Seite der Medaille, dier Mut, Nein zu sagen, die andere, appellierte Weiger. Das sei letztlich die große Leistung des BN: Heimat sein für die Menschen, die den Mut haben, Nein zu sagen. Eine Partnerschaft von ehrenamtlichem Engagement und dem staatlichen Naturschutz machte Bayerns Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Marcel Huber, beim BN aus. Manchmal ziehe man an einem Strang, manchmal reibe man sich bei bestimmten Themen. Dennoch sei der ehrenamtliche Natur- und Umweltschutz eine wichtige Zuarbeit für die politischen Gremien. Und nicht hoch genug einzuschätzen sei der Beitrag der Naturschutzverbände bei der Umweltbildung. 

„Die Schätze der Natur zu bewahren geht nicht von alleine – das verlangt großen Einsatz“, würdigte Huber das Engagement des BN auf allen Ebenen. „In Immenstadt zeigt sich die Umweltbildung in besonders erfolgreicher Weise“, so Hubers Lob für den BN im Oberallgäu. Hier zeige sich die erfolgreiche Verbindung von Naturerlebnis und Naturtourismus. Der Staatsminister untermauerte seine Gratulation zum 100-jährigen Bestehen des BN in Schwaben mit der offiziellen Anerkennung des Naturerlebniszentrums Allgäu NEZ im AlpSeeHaus als „Umweltstation“. Damit seien über das Zertifikat hinaus auch staatliche Fördermöglichkeiten verknüpft. 

Josef Gutsmiedl

Meistgelesene Artikel

"Busche Berta" in neuem Glanz

Ofterschwang – Es hat schon gut 200 Jahre „auf dem Buckel“, das alte Bauernhaus in Ofterschwang. Bald schon soll frischer Wind wehen bei „Busche …
"Busche Berta" in neuem Glanz

Gut-bürgerlich auf italienisch

Ofterschwang – „Gutes vom Dorf“ gibt es jetzt auch als original italienische Pizza! Das Restaurant im Ofterschwanger Haus – direkt an der …
Gut-bürgerlich auf italienisch

"Kein schönes Bild, aber notwendig"

Sonthofen – Beim „Hochwasserschutz Ostrach“ arbeitet das Wasserwirtschaftswerk Kempten derzeit am letzten Bauabschnitt. Gestern wurden dafür im …
"Kein schönes Bild, aber notwendig"

Kommentare