Königsegg-Grundschule in Immenstadt ist jetzt "Naturparkschule"

Spannender Unterricht in der Natur

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Sebastian Beck (Bildmitte) erzählte vom Alltag als „Bergler“ und erklärte den Grundschülern der „Naturparkschule“ wie Alpwirtschaft funktioniert.

Immenstadt – Die Königsegg-Grundschule in Immenstadt hat es jetzt amtlich – sie ist die erste offizielle Naturparkschule in Deutschland. Der Verband der Naturparke zeichnete die Grundschule aus, weil sie ein Konzept entwickelt hat, das den Schülern über den Unterricht hinaus Wissen und Naturverbundenheit vermittelt.

Immenstadt – Die Königsegg-Grundschule in Immenstadt hat es jetzt „amtlich“ – sie ist die erste offizielle „Naturparkschule“ in Deutschland. Der Verband der Naturparke zeichnete die Grundschule aus, weil sie ein Konzept entwickelt hat, das den Schülerinnen und Schüler über den Unterricht hinaus Wissen und Naturverbundenheit vermittelt. „Diese Konzept und das Engagement der Schule und der Lehrkräfte sind bisher einzigartig in Deutschland“, sagt Rolf Eberhard, der Geschäftsführer des Naturpark Nagelfluhkette. Der Verband der Naturparke zeichne die Königsegg-Grundschule deshalb aus und verleihe das Prädikat „Naturparkschule“.

Die drei Klassen der zweiten Jahrgangsstufe zeigten dann bei der offiziellen Verleihung der Auszeichnung noch einmal auf, was im vergangenen Schuljahr auf dem Programm des Heimat- und Sachunterrichts stand oder im kommenden Jahr stehen wird: von der Mähaktion mit Unterstützung durch die Landwirtschaftsschüler über Naturerkundungen und Bauernhofbesuche bis hin zum Butterrühren im Bergbauernmuseum. Spannend, so das Urteil der Kinder, waren die Aktionstage auf jeden Fall alle. „Und gelernt haben wir auch vieles über den Naturpark, die Landwirtschaft...“

Das Konzept, das die Schule verfolge, verstehe sich nicht als einmalige Aktion, sondern als ständige Einrichtung, betont Rektor Bernhard Gessenharter. So findet die eine oder andere Schulstunde nicht im Klassenzimmer statt, sondern draußen, in der Landschaft, um die es ja oftmals geht.

Unterricht in der Natur

Genau diese spannenden Stunden in freier Natur hatte Lehrer Oliver Scherm, Fachberater für Umweltbildung am Staatlichen Schulamt, zum Auftakt der Partnerschaft mit dem Naturpark Nagelfluhkette „versprochen“ – unter dem Jubel aller Grundschüler. Und einen ähnlichen Jubel gab‘s jetzt bei der offiziellen Auszeichnung „Naturparkschule“ – fast – mitten im Naturpark auf dem Gipfel des Mittagberges.

Im Mittelpunkt stand dabei erneut die Landwirtschaft im Oberallgäu, speziell die Alpwirtschaft. Wie macht man eigentlich Bergkäse? Was muss ein Alp­hirte alles beachten? Bleiben die Kühe im Winter auch da? Warum wachsen hier andere Pflanzen als im Tal? Gibt es hier überhaupt Straßen? Alle Fragen konnte Sebastian Beck von der Alpe Oberberg beantworten, der in den Sommermonaten aus der Milch von gut 30 Kühen täglich Bergkäse herstellt. Wie man Butter macht, wussten die Schülerinnen und Schüler schon: „Haben wir auch gemacht!“

Partner, die die Idee Naturparkschule mittragen braucht es allerdings auch. Inzwischen habe sich ein regelrechtes Netzwerk gebidet aus Unterstützern, Sponsoren, Partnerhöfen und -betrieben, Behörden und Verbänden, erklärt Sonja Hölzler vom Naturpark Nagelfluhkette. „Ohne Partner geht es nicht.“

Begeistert von dieser Form des Heimat- und Naturkundeunterrichts zeigt sich Thomas Gehring, Landtagsabgeordneter aus Gunzesried: „Es ist wichtig, über den Unterricht hinaus Dinge zu erfahren, Natur und Umwelt selbst zu erleben.“ Erlebnispädagogik müsse mehr sein als ein Ausflug in den Klettergarten. Er könne die engagierte Arbeit der Schule und ihrer Lehrkräfte nur begrüßen. Und der Stellvertretende Oberallgäuer Landrat, Roman Haug, pflichtet bei: „Auf diese Weise lernt man mehr als andere. Zeigt Euren Eltern beim nächsten Ausflug, was ihr gelernt habt.“

Josef Gutsmiedl

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