Ein "Nein" zum "Nein"

Matthias Bischof (von links), Heike Wohlgenannt und Mark Kerwell von der Initiative Zukunft Kleinwalsertal wollen die Gegner der Modernisierungspläne ausbremsen. Foto: Josef Gutsmiedl

Am 26. März haben sich die Kleinwalsertaler Gemeindevertreter mit 14 zu zehn Stimmen für eine Modernisierung des Ifen-Skigebietes und den Bau einer Verbindungsbahn zum Walmendinger Horn ausgesprochen. Im Gegenzug sammelte eine Bürgerinitiative mehr als 1200 Unterschriften und brachte den Antrag auf eine Volksabstimmung auf den Weg. Am 21. Oktober lautet die Frage: „Soll die Gemeinde Mittelberg alle rechtlichen und politischen Schritte setzen, die geplante Panorama-Bahn zu verhindern?“ Vor kurzem gründete sich die „Initiative Zukunft Kleinwalsertal“ mit dem Ziel, als Sprachrohr der Befürworter der Modernisierungspläne zu wirken. Die touristische Weiterentwicklung des Walsertales dürfe nicht zum Stillstand kommen, sonst drohe eine düstere Zukunft.

Bei der Initiative macht man sich nichts vor: Das Tal stehe an einem Scheideweg. In den 1970er und 1980er Jahren habe man sich entschieden, dass das Kleinwalsertal als Wintersport- und Skidestination präsentiert werden solle. „Und heute sehen wir den Trend, dass immer weniger Skigäste in unser Tal kommen“, beklagt Mark Kerwell, Stellvertretender Obmann der Initiative Zukunft Kleinwalsertal, und fordert: „Zurück zum Skigebiet!“ Nachholbedarf sehen Kerwell und Obmann Matthias Bischof im Kleinwalsertal allemal. Von 25 bestehenden Liftanlagen seien 19 veraltet und müssten dringend modernisiert werden. „Der Gast verlangt heute eine höhere Qualität.“ Der Wintersportler suche sich das passende Skigebiet aus; anschließend die passende Unterkunft. Um diese Qualität zu bieten führe an der Modernisierung wie sie die Kleinwalsertaler Bergbahn AG plane, kein Weg vorbei. Die touristische Entwicklung des Tales sei mit dem Lückenschluss der Skigebiete am Ifen und am Walmendingerhorn sowie Schneesicherheit verbunden, betonen die Obmänner weiter. Sonst blieben die Gäste weg und das Walsertal hätte keine Perspektive. „Wir alle hier im Tal leben vom Tourismus“, unterstreicht Bischof. Wenn die Modernisierung nicht komme „fällt das Kartenhaus irgendwann zusammen“. „Davor haben wir Angst“, so Kerwell. Im März hatten sich die Gemeindevertreter mit 14 zu zehn Stimmen für eine Modernisierung des Ifen-Skigebietes und den Bau einer Verbindungsbahn zum Walmendinger Horn ausgesprochen. Postwendend hatte eine Bürgerinitiative mehr als 1200 Unterschriften gegen die Pläne der Bergbahn AG gesammelt. Die Gemeinde brachte daraufhin die Volksabstimmung auf den Weg. Am 21. Oktober stellt sich den wahlberechtigten Walsertalern die Frage „Soll die Gemeinde Mittelberg alle rechtlichen und politischen Schritte setzen, die geplante Panorama-Bahn zu verhindern?“ Die geplante 40-Millionen-Investition der Bergbahn AG sieht die Initiative auch als „starken Vertrauensbeweis“, mithin als eine Perspektive für das Tal und seine Menschen. „Ein positives Signal für Unternehmer, das zu weiteren Investitionen anregt“, pflichtet Obmann-Stellvertreterin Heike Wohlgenannt bei. Für die Kleinwalsertaler Bergbahn AG ist die Modernisierung unabdingbar mit der geplanten Verbindungsbahn, der sogenannten Panorama-Bahn, vom Ifen zum Walmendingerhorn verbunden. Das Ziel eines zusammenhängenden Skigebietes im Tal sei „ein Quantensprung in der Verbesserung der Infrastruktur“ und füge sich „optimal in die Überlegungen der künftigen Ausrichtung des Tourismus Kleinwalsertal ein“, so die Bergbahn AG in einer Stellungnahme im März. Bereits früher hatte die Bergbahn AG betont, dass aus wirtschaftlicher Sicht der Ausbau des Skigebiets Ifen nur erfolgen könne, wenn bereits in der ersten Phase die Verbindungsbahn zwischen Walmendingerhorn und Alpbord / Ifen gebaut werden kann. „Wir wollen hier im Tal kein Hollywood, sondern einen erlebenswerten Urlaub für unsere Gäste“, stellt Mark Kerwell fest. Obmann Bischoff stellt fest: „Es wird nichts Neues erschlossen, es gibt keine Ausweitung der Pisten, kein weiterer Naturverbrauch. Wir wollen nur den Lückenschluss und die Modernisierung.“ Das häufig angeführte Argument der Gegner der Pläne, dass es zu einer massiven Verkehrsbelastung komme, lassen die Befürworter nicht gelten. Der Individualverkehr im Tal werde sogar abnehmen nach dem Lückenschluss, zitiert Bischof eine Studie. Die Planungen sähen ein überörtliches Verkehrskonzept vor. Jetzt will die Initiative auf Überzeugungsarbeit setzen und „eine faire Diskussion“ anregen. Kerwell: „Die Diskussion über die Zukunft sollte im Tal stattfinden, nicht draußen.“ In mehreren Ortsversammlungen will die Initiative ihren Standpunkt erläutern und möglichst viele Menschen im Tal erreichen. „Wir wollen schauen, dass alle, die Interesse haben, auch an der Abstimmung teilnehmen.“ Man dürfe sich nicht darauf verlassen, „dass alle, die nicht dagegen sind, dafür sind“, gibt er zu bedenken. Genau diese Bürger wolle man erreichen und am 21. Oktober mobilisieren.

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