Neue Herausforderungen

Mit „Phönix“ wurde Herbert Rietzler Bayerischer Meister. Foto: Josef Gutsmiedl

Gleich zwei Meistertitel brachte Herbert Rietzler aus Untermaiselstein von der Bayerischen Meisterschaft im Kutschfahren im fränkischen Hausen ins Oberallgäu. Sowohl in der Pony-Klasse setzte er sich gegen 17 Starter mit dem Haflingerhenst „Nakuri“ durch, als auch in der Kategorie Großpferde mit „Phönix“. Und Rietzler wird sich auf den Meisterschaftslorbeeren nicht ausruhen. Im kommenden Jahr will er von der Einspänner-Kutsche auf das anspruchsvollere Vierer-Ge-spann „umsatteln“.

Dabei betrachtet Herbert Rietzler das Einspänner-Fahren durchaus nicht als „Kinderkram“. Es sei sogar mitunter schwieriger: „Ein Pferd allein kann vor der Kutsche viel problematischer sein, als wenn es zu zweit oder zu viert geht. Das Pferd ist nun einmal ein Herdentier.“ Ein Partner im Gespann beruhige und gleiche aus. Andererseits ist Rietzler dem Reiz des vierspännigen Kutschfahrens erlegen. Beim Ein- und Zweispänner habe man über die Leinen das Ge-spann immer direkt im Griff. „Beim vierspännigen Zug müssen die Pferde schon viel mehr mitdenken“, weiß der erfahrene Kutschenlehrer. Weniger motivierte Tiere werden quasi von den anderen Pferden „mitgenommen“ und geführt. Und auch der Einfluss des Kutschers ist weniger direkt mit einer Handvoll Leinen. „Eine eigene Klasse“, so beschreibt Rietzler, der einen professionellen Pferdehof bei Untermaiselstein betreibt, die Welt der Vierspänner. „Da geht es oft auch um viel Geld bei Turnieren.“ Nicht, dass Rietzler von diesem „großen Geld“ träumt, doch als renommierter Ausbildungsbetrieb könnte das Hobby letztlich was „abwerfen“ durch den Verkauf bestens ausgebildeter Fahrpferde für den Turniersport. Für den „Traum vom Vierspänner“ setzt Rietzler auch auf andere Pferde als in seiner bis-herigen Karriere im Einspänner: Holländische Fahrpferde. Zwei stehen schon in Untermaiselstein. Mit dem siebenjährigen „Phönix“ gewann Rietzler die jüngste Bayerische Meisterschaft - dessen Besitzer, Eberhard Dörner aus Bolsterlang, wurde mit seinem zweiten Pferd Vierter des Wettbewerbes. Die eigenen Pferde und zwei eigene dazu - das könnte ein gelungener Einstieg werden... Zukunftsmusik. Bis dahin liegt ein hartes Stück Arbeit vor Rietzler. Erfahrungen mit dem Vierspänner hat er schon mit einem Haflinger-Gespann gesammelt. Aber mit Großpferden sei es „eine Klasse für sich“.

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