Neue Leitung in den Süden

AÜW macht sein Netz fit für die Energiezukunft

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Um die alten Leitungen aus den Gittermasten zu holen, muss AÜW-Mitarbeiter Robert Weixler „hoch hinaus“

Oberallgäu – Künftig werden immer mehr kleinere oder größere Erzeuger ihren regenerativ erzeugten Strom ins Netz einspeisen. Die Verfügbarkeit der Erneuerbaren Energien schwankt jedoch. Eine Herausforderung für das Stromnetz, das mit dieser schwankenden Einspeisung klarkommen muss. Aus diesem Grund investiert das Allgäuer Überlandwerk AÜW als regionales Energieversorgungsunternehmen bis zum Jahr 2016 insgesamt 28 Millionen Euro in die Erweiterung und Umstrukturierung seiner 110-kV-Hochspannungsnetze.

Die Allgäuer können sich auf die Zuverlässigkeit ihrer Stromversorgung verlassen. Die Versorgungssicherheit im gesamten Allgäuer Netzgebiet ist höher als in anderen Netzgebieten in Deutschland. Das bestätigt die Störstatistik der Bundesnetzagentur. Nach dieser hatte ein Stromkunde in Deutschland im Jahr 2010 aufgrund von Störungen durchschnittlich 14,9 Minuten keinen Strom. Bei der AllgäuNetz GmbH & Co. KG, an welche die Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) ihr Netz verpachtet haben, waren es nur 5,5 Minuten.

Insgesamt 28,5 Millionen Euro investiert das AÜW bis zum Jahr 2016 in die Erweiterung und Umstrukturierung seiner 110-kV-Hochspannungsnetze. Mit diesen Investitionen macht das AÜW sein Stromnetz für die Energiezukunft fit.

„Aber das schnelle Eingreifen der technischen Mitarbeiter oder die Aufwendungen, die jedes Jahr alleine für die Instandhaltung und die Pflege der Anlagen betrieben werden, reichen heute bei weitem nicht aus, um ein ‚Stromnetz der Zukunft’ optimal zu führen“, erklärt der Technische Leiter der AÜW, Dr. Michael Fiedeldey. „Künftig werden immer mehr kleinere oder größere Erzeuger ihren regenerativ erzeugten Strom ins Netz einspeisen. Die Verfügbarkeit der Erneuerbaren Energien schwankt jedoch. Eine Herausforderung für das Stromnetz, das mit dieser schwankenden Einspeisung klarkommen muss.“

Eine Herausforderung, die das AÜW nicht erst aufgrund der folgenschweren Ereignisse in Fukushima erkannte – sondern bereits 2007 gemeinsam in der mit dem Fraunhofer-Institut durchgeführte Studie „Potentiale erneuerbarer und effizienter Stromversorgung im Allgäu“ (PEESA) voraussah. „Will man eine sichere, zukunftsträchtige und klimafreundliche Stromversorgung für das Allgäu sicherstellen, muss ein Aus- und Umbau unseres 110-kV-Netzes erfolgen. Und zwar so, dass der Zubau künftiger Erneuerbarer Energien eine besser Anbindung an das 110-kV-Hochspannungsnetz erhält“, so Fiedeldey zu der bereits 2008 in die Wege geleitete Umsetzung des neuen Netzkonzeptes.

Das AÜW hat mit seinen eingeleiteten Umbaumaßnahmen bereits rund 51 Kilometer Stromkreislänge reduziert. „Beim Umbau der 110-kV-Freileitung zwischen Rauhenzell und Sonthofen haben wir es zudem geschafft, dass die neue Leitung entlang der B19 läuft“, erklärt Bernhard Geiger, Leiter Netzplanung beim AÜW. Der neue Verlauf meidet nicht nur das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet  (FFH-Gebiet), sondern trägt mit seiner Bündelung entlang der B19 auch zur Verbesserung des Landschaftsbildes bei. „Zusätzlich erfolgt der Rückbau der bestehenden Gittermastleitung in Wohnbereichsnähe der Ortschaften Häuser und Ortwang, welches zu einer deutlichen Entlastung führt“, so Bernhard Geiger.

Abgeschlossen ist der Umbau des gesamten 110-kV-Hochspannungsnetzes voraussichtlich im Jahr 2016. Im nächsten Jahr steht der nächste Abschnitt an – der Neubau der 110-kV-Leitung von Rauhenzell nach Zell.  Kreisbote

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