Neue Ziele im Visier

Meilenstein einer guten Zusammenarbeit: Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl (2. von links) und Harald Voigt von der Wirtschaftsförderung (3. von rechts) übergaben dem neuen „Hausherrn“ des allgäu-outlet, Marc Wenz (3. von links), einen symbolischen Schlüssel zur offiziellen Übenahmen der Hager-Immobilie. allgäu-outlet-Mitgesellschafter Hannes Blaschke (links), Michael Arnold (von rechts) vom allgäu-outlet und Alexander Reiter von der Wirtschaftsförderung Sonthofen pflanzten einen symbolträchtigen Baum. Foto: Josef Gutsmiedl

Ein ungewöhnliches Geschäft wurde vor kurzem unter Dach und Fach gebracht: Der Oberallgäuer Unternehmer Marc Wenz erwarb „den Hager“. Die Immobilie war seit Schließung des früheren Kaufhauses Hager leergestanden, bis im Frühjahr 2006 Wenz mit dem „allgäu-outlet“ als Mieter eingezogen war. Jetzt konnte er sein damals vereinbartes Vorkaufsrecht einlösen und die Hager-Immobilie von der Wirtschaftsförderung Sont-hofen GmbH erwerben. Vergangene Woche fand die offizielle Schlüsselübergabe statt.

„Ich würde es heute genauso wieder machen“, bekräftigte Jung-Unternehmer Marc Wenz sein Konzept. Seine Philosophie „Erst Geld einnehmen und dann ausgeben, nicht umgekehrt“ habe sich einmal mehr bewährt. Der Versuchung, erst richtig zu klotzen, viel fremdes Kapital zu investieren, aber dann die Kredite nicht bedienen zu können, habe er nie erlegen. Wenz startete verhalten mit einer Teilfläche von 1000 Quadratmetern im „alten Hager“ - heute ist die Verkaufsfläche im allgäu-outlet fast 4000 Quadratmeter groß. Unternehmer Wenz lobte bei der offiziellen Schlüsselübergabe auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Sonthofen und deren Wirtschaftsförderung-GmbH. „Es war schon etwas Besonderes, was hier gelaufen ist.“ Als vertrauensvoll und pragmatisch bezeichnet er den Weg mit der Stadt. Der Stadt Sonthofen habe nichts Besseres passieren können, als Wenz und seine Mit-Gesellschafter zu finden, zieht Bürgermeister Hubert Buhl eine Bilanz der Zusammenarbeit. Mit dem Ende des Kaufhauses Hager und der leer stehenden Immobilie mit einem „abbröckelnden Umfeld“ habe „akuter Handlungsbedarf“ bestanden, erinnert sich Buhl. Das ungewöhnliche Konzept, das Marc Wenz damals vorstellte, habe schließlich den Stadtrat überzeugt. „Die Ent-wicklung des allgäu-outlet gibt uns heute Recht“, so Buhl zu dem „risikobehafteten Geschäft“. Froh zeigt sich Buhl auch, dass eine ganze Reihe der ehemaligen Hager-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zum Stammpersonal des Outlets gehören. Wenz macht keinen Hehl daraus, dass er aus dem allgäu-outlet noch mehr machen möchte. Das Haus in Sonthofen soll der Stammsitz seines Unternehmens werden. Dabei sieht er schon jetzt Grenzen: Die Logistik werde in den nächsten Jahren wohl nicht mehr im Hager-Haus zu bewältigen sein. Auch die Mitarbeiterzahl von jetzt 70 werde sich sich langfristig verdoppeln, schätzt Diplomkaufmann Marc Wenz. Eines seiner Ziele sei es, im Allgäu „für kreative Leute Arbeits-plätze zu schaffen“. Er habe selbst erfahren müssen, wie es sei, trotz oder wegen profunder Ausbildung im Allgäu keinen Job zu finden, blickt der gebürtige Immenstädter zurück. Stationen seiner Karriere waren unter anderem Amsterdam, Frankfurt und Zürich. „Jede freie Stunde bin ich nach Hause ins Allgäu gefahren“, erinnert sich der 42-Jährige an seine Frankfurter Jahre. Weiter entwickeln will Wenz mit seiner Mannschaft auch das Feld des Sponsorings. Er macht einen Werbeeffekt für das allgäu-outlet wie auch für das Allgäu aus, wenn Sportler etwa im Trikot des Outlets auftreten. Erst vor kurzem sei der ehemalige Rad-Profi Jan Ullrich mit dem Schriftzug des allgäu-outlet in der Bild-Zeitung zu sehen gewesen, freut sich der Allgäuer Unternehmer: „Gratiswerbung bundesweit...“ Ein anderer erfolgreicher Werbeträger sei zur Zeit der Laser-Segler Philipp Buhl. Was früher die Mundprodaganda, der Tipp unter Freunden war, sei heute „virales Marketing“ via Internet und Facebook. Glaubwürdig muss es sein, so Wenz, der lächelnd seinen Blackberry zückt: „Mein Büro.“

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