Neuer Forstweg am Freibergsee

Kein "Holzweg"

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Was lange währt wird endlich gut. Froh über die Lösung für den neuen Forstweg sind Bene Kappeler (von links), Klaus Dinser vom Landwirtschaftsamt, Zweiter Bürgermeister Günther Messenzehl, Anton Klotz vom Beirat der Bergwaldoffensive und Förster Stefan Honold.

Oberstdorf - Was länge währt, wird endlich gut. Der bekannte Spruch trifft auf jeden Fall für den Bau des neuen Forstweges am Freibergsee bei Oberstdorf zu. Schon vor fast zehn Jahren bemühten sich die Waldbesitzer am Freibergsee um eine Erschließung ihrer Wälder.

Eine ordnungsgemäße, und auch erforderliche zeitgemäße Bewirtschaftung mit Maschinen und Gerätschaften nicht möglich. Jetzt konnte mit der offiziellen Eröffnung ein Schlussstrich unter die (fast) endlose Geschichte gezogen werden: ein knapp drei Kilometer langer neue Forstweg erschließt 60 Hektar Wald von mehr als 25 Grundeigentümern. 

 Den langen Weg zum gar nicht so langen Forstweg skizziert Oberstdorfs zweiter Bürgermeister, Günther Messenzehl tatsächlich mit dem Spruch „Was lange währt...“ Denn bei der ersten Anfrage der Waldbesitzer blockte die Marktgemeinde erst einmal ab: auf einem bestehenden Wanderweg sollte die Trasse keinesfalls verlaufen. Bei einer neuen Planung scheiterte es an den Belangen von Jagd, Naturschutz, Tourismus oder am Sportamt, das etwa die Skirollerbahn „freihalten“ wollte. Dann noch die „Forstreform“, die für weitere Verzögerungen sorgte, ergänzt Bene Kappeler, der Vorsitzende des neu gegründeten Forstwege-Vereins. 

Mit der Bergwaldoffensive hatte die Waldbesitzer am Freibergsee dann aber einen neuen Partner an der Seite. Und im Jahr 2010 war schließlich eine Trasse für die geplanten Forststraße gefunden, mit der alle Beteiligten klar kamen. Sogar ein Naturschutzgutachten wurde erstellt, nachdem in dem Gebiet Fledermausvorkommen festgestellt worden waren. So müssen etwa eine bestimmte Anzahl von Biotop-, Tot- oder Altbäumen in Bestand belassen werden. Wie von der Gemeinde Oberstdorf gefordert wurde der Weg nur mit einer Breite von drei Metern ausgelegt, statt der üblichen vier Meter. 

Für Langholzabfuhren ist er somit nicht geeignet. Stattdessen ist der Weg für den klassischen Rückezug und PKW geeignet, so dass die Waldbesitzer zum Brennholzeinschlag mit Auto oder Traktor anfahren können. Der neue Weg wird nicht gewidmet, bleibt also Eigentümerweg, und wird auch nicht als offizieller Wanderweg beschildert. Die Kosten in Höhe von rund 250 000 Euro übernimmt zu 90 Prozent der Freistaat Bayern; die restliche Summe teilen sich Waldbesitzer, die Gemeinde Oberstdorf und die Oberstdorfer Rechtler. 

Für den Oberallgäuer Vorsitzenden des Beirats der Bergwaldoffensive im Oberallgäu, Anton Klotz, ist der neue Forstweg „richtig und wichtig“ im Sinne der Bergwaldoffensive. Im Interesse des Bergwaldes sei es da und dort notwendig, angepasste Forstwege zu bauen. „Solche Wege sind für eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung notwendig.“ Ein Drittel der Erschließungsfläche sind Lawinen und Steinschlag-Schutzwald.

Josef Gutsmiedl

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