Neuer Herr im Schloss

Das Immenstädter Schloss am Marienplatz hat sein Weihnachten einen neuen „Schlossherrn“. Nicht, dass die Stadt ihr Schlossgebäude verschenkt hätte, doch zum symbolischen Preis von einem Euro erwarb Seitz Investments mit Investor Peter Seitz das denkmalgeschützte Objekt. Zudem wird Seitz einige Vorleistungen der Stadt abgelten. Peter Seitz will das Schloss mit Investitionen von mehreren Millionen Euro wieder beleben und auch die öffentliche Nutzung erhalten; das Vermessungsamt wird als Mieter im Schloss bleiben.

Viel zu tun gebe es jedenfalls schon bald, wirft Investor Peter Seitz seinen Blick in die nahe Zukunft. Der Zeitplan für die Sanierungsarbeiten sei „sehr kompakt“, meint Seitz. Nicht zuletzt sei er auf Tempo bedacht, um die bisherigen Nutzer nicht zu lange zu beeinträchtigen. Die Gäste-Information der Stadt und das Staatliche Vermessungsamt bleiben im Schloss. Das Vermessungsamt hat einen Mietvertrag mit 15-jähriger Laufzeit. Dieser langfristige Vertrag sei übrigens die Basis für das Projekt von Seitz Investments gewesen, so Peter Seitz. Sanierungsbedarf sieht Seitz vor allem bei den Sanitäreinrichtungen, die längst nicht mehr zeitgemäß seien. Auch im Dachgebälk, bei den Fenstern und Decken sowie in der energetischen Ausstattung und beim Brandschutz müsse einiges geschehen. „Und natürlich strukturelle Änderungen“, betont Peter Seitz, der in erster Linie „Leben ins Schloss“ bringen will. Das Gebäude soll sich öffnen, Begegnungen erlauben, viele Eintrittsmöglichkeiten bieten. Auch ein behindertengerechter Zugang zum Rittersaal im zweiten Obergeschoss ist Bestandteil der Überlegungen. Der erst in den 1970er Jahren ergänzte Arkadengang an der Bahnhofstraße soll jedenfalls verschwinden, der Ostflügel an die übrige Fassadengestaltung angepasst werden. Seitz hofft auch auf eine Art „Ansteckungscharakter“ bei der Sanierung des Schlosses: Möglichst viele andere Privatleute sollten ihre Häuser zwischen Marienplatz und Alleestraße entsprechend sanieren. Nur lobend erinnern sich Peter Seitz und Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp an die Verhandlungen seit Sommer 2009. „In kurzer Zeit wurde ein großes Werk vollbracht“, bringt es Bürgermeister Schaupp auf den Punkt. Peter Seitz bringe als Investor „ein Wertegerüst und Denken mit, das man nicht alle Tage finde“, so Schaupp. Damit sieht er das Ziel erreicht, das Schloss in Privathand zu geben und den sorgfältigen Umgang damit zu sichern: „Die Stadt kann sich auf ihre Pflichtaufgaben konzentrieren.“ Auch Peter Seitz sieht die klassische „win-win-Position“ gegeben, bei der beide Partner des Geschäftes profitierten. Die öffentliche Nutzung des Schloss-Saales sei weiter gesichert, städtebaulichen Aspekten würde Rechnung getragen. Zugleich habe der Investor die Möglichkeit, sein Konzept zu verwirklichen. Im Erdgeschoss denkt Seitz an einen „Nutzungs-Mix“, der attraktiv sei für Touristen wie Einheimische. Im Jahr 2005 hatte die Stadt das Schloss am Marienplatz vom Freistaat Bayern erworben. Die notwendige Sanierung des Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert musste aber zurückgestellt werden, vor allem, als sich die Haushaltslage deutlich verschlechterte.

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