Neuer Waldlehrpfad am Giebelhaus

Karl Kleiter (links), Chef des Forstbetriebes Sonthofen, und Rainer Nützel (rechts) vom Landwirtschaftsamt Mindelheim erläuterten an einer Tafel, warum „Totholz“ im Wald eine wichtige Rolle spielt. Fotos: Josef Gutsmiedl

Der Forstbetrieb Sonthofen hat in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Forstverwaltung im Hintersteiner Tal einen Waldlehrpfad errichtet. An 20 Informationstationen wird viel Waldwissen vermittelt und erklärt, wie ein gesunder Wald „funktioniert“ und warum er so wichtig ist. Der rund drei Kilometer lange Pfad entlang des Alpwegs vom Giebelhaus zur Schwarzenberghütte ist zudem nicht nur für Kinder interessant; auch Erwachsene können viel erfahren und „mitnehmen“ von einem Spaziergang im Hintersteiner Bergwald.

Die Premiere geriet dann für die 45 Schulkinder aus Bad Hindelang zu einem besonders gelungen Wandertag: An einer geeigneten Stelle des Waldlehrpfades Giebelhaus zeigten zwei Waldarbeiter, wie man eine mächtige Fichte fällt. Und zwar so, dass der 30 Meter hohe Baum genau dorthin fällt, wo er soll. „Aber die Sperrschilder, die bei Waldarbeiten aufgestellt sind, muss man auf jeden Fall beachten“, betonte Florian Karg bevor er die Motorsäge an den dicken Stamm ansetzte. Ein paar Minuten später krachte die Fichte um - Maßarbeit im Bergwald. „Und warum muss man überhaupt Bäume fällen?“ war dabei eine Frage der Schülerinnen und Schüler. Auf den ersten Stationen hatten sie bereits erfahren, dass Bäume nicht etwa totes Holz sind, sondern Lebewesen. Prompt die Frage: „Was isst denn ein Baum?“ Viele Fragen zum Thema Wald und seiner Artenvielfalt werden an den Informationstafeln beantwortet. Und die Förster haben es nicht nur bei trockenen Informationen belassen: Die Tafeln lenken den Blick in den Wald, zeigen etwa genau die beschriebene Baumart „in natura“, wie sie ein paar Meter neben dem Alpweg wächst. Die Waldwanderer erfahren dabei auch, warum der Bergwald so wichtig ist, zum Beispiel als Lawinenschutz für das Hintersteiner Tal. „Das Hintersteiner Tal wird jedes Jahr von rund 50.000 Menschen besucht. Es liegt nahe, das Bergwaldwissen hier gut aufbereitet zu präsentieren, meint Karl Kleiter, Chef des Forstbetriebes Sonthofen. Zusammen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Mindelheim wurde der neue Waldlehrpfad „BergWaldWissen Hinterstein“ entwickelt und die Informationstafeln – ganz aus Holz – baute die Firma Wechel aus Gestratz. Damit die Info-Tafeln im Winter keinen Schaden nehmen, können die zwei Meter hohen überdachten Kontruktionen kurzerhand abmontiert werden. Gekostet hat der neue Lehrpfad, der nicht nur für Kinder viel Wissenswertes über den Bergwald bietet, rund 66.000 Euro, wovon der Freistaat Bayern mit 90 Prozent den Löwenanteil trägt. Die restlichen zehn Prozent schießt der Forstbetrieb Sonthofen aus seinem Etat zu.

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