Bergwacht sucht neuen Standort

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Bereitschaftsleiter Klaus Zehetleitner (2. von links) sprach mit den Oberallgäuer Grünen Ulli Leiner (von links), Thomas Gehring, Elfriede Roth und Petra Deil über die Situation der Bergwachtzentrale in Sonthofen.

Sonthofen - Beim Besuch der Oberallgäuer Grünen in der Bergwachtzentrale in Sonthofen stand die Raumnot der Bergretter im Mittelpunkt der Diskussion. Bereitschaftsleiter Bernd Zehetleitner informierte die Besucher, darunter den Landtagsabgeordneten Thomas Gehring und den Landtagskandidaten Ulli Leiner, über die Aufgaben und die aktuelle Situation.

Mit 40 Ehrenamtlichen werde man zu rund 500 Einsätzen im Jahr gerufen, so Zehetleitner. Tendenz steigend. Das Einsatzgebiet ist eines der größten in Bayern und reicht von Balderschwang im Westen bis nach Wertach im Osten und Fischen im Süden. „Wir müssen auf alle Fälle vorbereitet sein – speziell auch mit Blick auf die neuen Trendsportarten”, schilderte er die gestiegenen Anforderungen. Zusammen mit Garmisch und Oberstdorf habe man die meisten Einsätze in Bayern. Sorge bereitet den Bergrettern der veraltete Standort mitten in der Stadt. Derzeit sind Fahrzeuge und Gerätschaften auf mehrere, zum Teil baufällige Gebäude, Garagen und Provisorien verteilt, was zu Zeitverlusten führe, schildert Zehetleitner die Lage: „Das ist nicht das, was ein professioneller ehrenamtlicher Rettungsdienst braucht.” 

Auch die Lagerung der Geräte entspreche teilweise nicht mehr den Vorschriften. Darum der Wunsch: Eine neue Rettungszentrale, ähnlich wie in Hindelang oder Oberstdorf. Am besten verkehrsgünstig am Stadtrand gelegen, damit bei An- und Abfahrt zu dringenden Einsätzen keine Menschen gefährdet werden und keine Zeit verloren geht. „Wir machen das Beste aus der Situation, aber werden hier ein Stück im Regen stehen gelassen”, erhofft sich der Bereitschaftsleiter, dass die „Alpenstadt” der Bergwacht bald ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellt. 

Die Sonthofener Grünen – vertreten durch Stadträtin Elfriede Roth und Ortsprecher Klaus Winzek – versprachen die Unterstützung des Ortsverbandes und der Stadtratsfraktion. „Schließlich geht es hier um möglichst gute Einsatzbedingungen und die Rettung von Menschenleben”, sieht auch Leiner Handlungsbedarf. Er sprach sich für eine stärkere finanzielle Beteilung der Kommunen und der Bergbahnen bei solchen Maßnahmen aus: „Schließlich profitieren diese auch von der ehrenamtlichen Arbeit.” „Es wird erwartet, dass der Rettungsdienst reibungslos bis in den letzten Winkel funktioniert”, so Gehring. Ein gesellschaftlicher Anspruch, der der Allgemeinheit auch etwas wert sein müsse. 

Zehetleitner beklagte auch die Engpässe bei den Krankentransporten in den Wintersportgebieten zu „Stoßzeiten”, und dass den Rettungskräften in den Skigebieten oft keine oder unzureichende Räume für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Leiner sprach sich hier für klare gesetzliche Regelungen schon im Genehmigungsverfahren aus. Zuschüsse an die Bergwacht sollten sich an der Zahl der Einsätze orientieren, findet Gehring. Erfreut nahmen die Grünen zur Kenntnis, dass Sonthofen die Bereitschaft mit einem der höchsten Frauenanteile in Bayern ist.

Heinrich Bonert

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