Oberallgäuer Milchbauern sind sauer

Die Oberallgäuer Bauern sind sauer. Sie gehen zwar (noch) nicht auf die Barrikaden, doch stehe die Zeichen auf Sturm, seit die Krise der Allgäuland-Käsereien und der Bergbauern eG nicht mehr nur schwelt, sondern greifbar geworden ist. In einer Kundgebung vor dem Milchwerk in Sonthofen forderten rund 200 Milchlieferanten einmal mehr Klarheit und Information, wohin die Reise der Genossenschaft geht.

„An uns kleinen Milchlieferanten sind die großen Molkereien gar nicht interessiert“, bringt ein „kleiner Bergbauer“, so bezeichnet er sich selbst, die große Sorge vieler Berufskollegen auf den Punkt. Schon viele hätten den Liefervertrag mit der Bergbauernmilch aufgekündigt und seien - nicht zuletzt wegen des deutlich besseren Milchpreises - bei der Molkerei Zott eingestiegen. Ein anderer Bauer meint, jetzt müsse man „endlich einen Schlussstrich ziehen“ und sehen, dass man die Genossenschaft noch rette, bevor alles verloren sei. Je mehr Genossen das Unternehmen verließen, umso größer sei die verbleibende Schuldenlast für die anderen. „Man müsste ganz von vorne anfangen“, überlegt er. Tatsächlich machen sich viele Bauern im Oberallgäu Gedanken, wie die Krise der Allgäuland-Käsereien auch die eigene Existenz massiv bedroht. In einer Erklärung versichert Allgäuland zwar, die Sanierung des Unternehmens sei auf gutem Weg, und bis Sommer werde man den Milchpreis auch für die Lieferanten auf das Niveau benachbarter Abnehmer gehoben haben - doch die Verunsicherung bei den Milcherzeugern bleibt. „Was ist, wenn wir Kleinen zum Schluss übrig bleiben, und keiner will unsere Milch?“ fragt einer. Gedanken, die auch Toni Weiler, Vorstandsmitglieder der Bergbauern eG, umtreiben. Der Oberstdorfer war vergangene Woche mit unter den Bauern, die zeigen wollten, dass „es nicht nur eine Handvoll Unzufriedene“ sind, und vor dem Milchwerk zusammen kamen. Weiler kritisiert, dass die Geschäftsführung der Allgäuland zu lange den falschen Weg gegangen sei. Die einst gesunde Bergbauern eG müsse herhalten, um die Gesellschaft zu stützen. Er fordert Klarheit für die Bauern. Die außerordentliche Generalversammlung auf der die Bauern bestünden, müsse jetzt stattfinden. Die Aktion des Flaggezeigens vor dem Milchwerk brachte immerhin ein Gespräch zuwege, bei dem sich Aufsichtsrat und Genossenschafter über Termin und Themen der gewünschten Versammlung austauschten. Zunächst soll es - voraussichtlich am 31. März im „Fiskina“ in Fischen - eine Informationsveranstaltung geben.

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