Einsatz für die Therme

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Uwe Lassau (von links) Andreas Fink, Franz Ohmayer und Ralf Bohlens setzen sich für den Erhalt der Therme ein und übergaben die Unterschriften im Oberstdorf Hausq

Oberstdorf - Die Bürgerinitiative „Freunde der Oberstdorf-Therme“ hat ihr erstes Etappenziel erreicht. Die benötigten 10 Prozent an Unterschriften der Oberstdorfer Bürger für einen Bürgerentscheid wurden locker erreicht.

Die Initiatoren Ralf Bohlens, Uwe Lassau und Andreas Fink gaben auf der Gemeinde einen Ordner mit insgesamt 2062 Unterschriften ab. Das sind über 25 Prozent aller wahlberechtigten Bürger. Damit ist die erste Hürde genommen. Nun hat die Gemeinde 4 Wochen Zeit zu reagieren. Erklärt sie das Begehren für zulässig, muss innerhalb der nächsten drei Mo-nate ein Bürgerentscheid stattfinden. Dieser Entscheid wäre dann für die Gemeinde ein Jahr bindend.

Die Fragestellung für einen eventuellen Bürgerentscheid lautet: „Sind Sie dafür, dass die Oberstdorf-Therme weiterhin im Eigentum der Marktgemeinde Oberstdorf verbleibt und am jetzigen Standort betrieben wird?“ Aus Sicht der Initiative hat sich mit den vorliegenden Unterschriften schon jeder vierte Bürger für den Erhalt des Bades und der Saunaanlage eingesetzt.

Die Interessengemeinschaft hatte sich im Sommer dieses Jahres gegründet. Die Mitglieder befürchten, dass die Therme heruntergewirtschaftet wird um sie zu schließen. Zuvor gab es Pläne eines Investors, ein Hotel am Ortsrand mit angegliederter öffentlicher Badelandschaft zu bauen. Diese Pläne haben sich inzwischen zerschlagen. Bürgermeister Laurent Mies und Tourismuschefin Heidi Thaumüller hatten immer wieder betont, dass es keine negativen Beschlüsse zur Therme gebe.

Für die Gemeinde macht die Einrichtung jedes Jahr eine Million Euro Verluste. Die Thermenfreunde halten mit eigenen Zahlen dagegen, wie Sanierung und Betrieb sich rentabel gestalten lassen und leiteten ein Bürgerbehren ein. Im Juli wurde beschlossen, die Unterschriftensammlung für den Erhalt der Therme einzuleiten – von Mitte September bis Mitte November wurden die nun übereichten Unterschriften gesammelt. Ein „Runder Tisch“, bei dem sich alle Beteiligten zum Meinungsaustausch trafen, brachte keine konkreten Ergebnisse. Eine für Anfang November vorgesehene Gemeinderatssitzung zu dem Thema wurde abgesagt.

„Die Erfahrungen und die Reaktionen der Bürger in den letzten Wochen waren ausgesprochen positiv“, so Bohlens. Man habe viel Unterstützung von den Bürgern und vor allem aus der Vermieterschaft erhalten. Auch Uwe Lassau ist sicher, bei einem Bürgerentscheid ein klares Votum im Sinne der Thermenfreunde zu erhalten. Das Unterschriftenergebnis halten die Thermenbefürworter „für ein eindeutiges Bekenntnis für die Oberstdorf-Therme“. Zumal man auf Werbemaßnahmen in öffentlichen Einrichtungen und auf Veranstaltungen bisher bewusst verzichtet habe. Man hofft nun auf ein Einlenken der Gemeinde. Mit einer positiven Entscheidung des Gemeinderates für den Weiterbetrieb der Therme, würde ein Bürgerentscheid im nächsten Frühjahr überflüssig.

Heinrich Bonert

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