Oberstdorfer Gemeinderat diskutiert über Hotel im Karweidach

"Ein Luxus-Hotel für alle"

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Keine Zierde in der Landschaft. Seit der „Mineralwasserpleite“ liegt das Gelände im Karweidach brach und dient derzeit als Lagerfläche.

Oberstdorf – In Oberstdorf könnte auf dem Gelände, auf dem einmal die Mineralwasseranlage geplant war, in absehbarer Zeit ein 400 Betten-Hotel entstehen. Das Unternehmen „Deutsche Seereederei“, das auch die AIDA Schiffe und Hotels im Norden und Osten Deutschlands betreibt, hat ihr deutliches Interesse am Standort Oberstdorf bekundet. Unter der Marke „a-ja Das Resort“ möchte man ein Hotel mit Restaurant, öffentlichem Schwimmbad und SPA-Bereich  betreiben.

„Wir wollen nach Oberstdorf“, so der Geschäftsführer der Hotelkette, Holger Hutmacher, der in der Gemeinderatsitzung das Projekt vorstellte. Auf einen Zeitplan angesprochen lautete seine Antwort: „So schnell wie möglich“. Nachdem man sich an die Gemeinde gewandt hatte, habe diese das Grundstück im Karweidach vorgeschlagen. „Oberstdorf hat  ein großes touristisches Potential“, lobte Hutmacher. Man wolle eine Anlage schaffen, die nicht mit den bestehenden Betrieben konkurriert – „ein Luxushotel für alle“. 

In dem Konzept ist auch ein für jedermann zugänglicher öffentlicher SPA- und Badebereich vorgesehen, der die in die Jahre gekommene Oberstdorf Therme ersetzen könnte. Auch die schon vorhandene Mineralwasserleitung aus dem Trettachtal könnte in das Konzept integriert werden.  Im 4-Sternebereich angesiedelt, mit Gastronomiebetrieb und Schwimmbad, steht ein Investitionsvolumen von 20 bis 24 Millionen Euro im Raum. Je nach Größe der Badelandschaft rechnet der Betreiber mit 100 bis 120 Arbeitsplätzen. In der Fassadengestaltung zeigt sich der Hotelbetreiber flexibel.

Ein Konzept, das die meisten Gemeinderäte überzeugte. Kritische Nachfragen gab es allerdings zur Eignung des Grundstückes, zu den Auswirkungen auf die Vermieterstruktur und zum Betrieb des Bades. Man habe in der Vergangenheit immer Probleme bei neuen Hotelansiedlungen gehabt, gab Toni Huber (CSU) zu bedenken, lobte das Angebot jedoch „als das Beste seit Jahren“. Auch Tourismusdirektorin Heidi Thaumüller beurteilt den Vorschlag positiv. Sie sieht keinen Verdrängungswettbewerb, sondern eine Ergänzung des touristischen Angebotes und „einen Mehrwert“ für den Ort. 

Auf Nachfragen von Bergith Hornbacher-Burgstaller (Grüne) und Martin Rees (FW), ob das Gelände für die vorgesehene Bebauung ausreiche, gab es ein deutliches Ja von Marktbaumeister Reiner Walf und dem Vertreter des Investors, Marc Pfaller. Toni Weiler (UOL) und Edmund Seiler (CSU) hinterfragten den Einfluss der Gemeinde auf den Badebetrieb, etwa beim Schulsport oder der Gestaltung der Eintrittspreise. Das seien alles Dinge, die sich vertraglich regeln lassen, beruhigte Hutmacher.

Dass es wohl doch noch Klärungsbedarf gibt und einigen Gemeinderäten das Ganze zu schnell geht, zeigte die Diskussion um die Entscheidung zur öffentlichen Ausschreibung des Geländes und zur Änderung der Flächennutzung. „Wir sollten erst einmal unsere Hausaufgaben machen“, wollte Rees vorher die grundsätzliche Richtung klären. Bürgermeister Laurent Mies allerdings wollte die Beschlüsse „losgelöst“ von der aktuellen Hotelanfrage sehen. „Wir vergeben uns nichts“, sieht er in den Beschlüssen „keine rechtswirksamen Festlegungen“ und setzte sich schließlich mit 15 zu fünf Stimmen durch.  Heinrich Bonert

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