Sport soll das Zugpferd sein

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Jürg Capol (links) und der CSU-Bürgermeister-Kandidat Fritz Sehrwind setzen auf Sportveranstaltungen, um den Tourismus in Oberstdorf zu stärken.

Oberstdorf – „Am Ortseingang muss ein Schild stehen, das die Gäste darauf aufmerksam macht, dass sie in einem WM-Dorf Urlaub machen”, sagte Jürg Capol, „Erfinder” der Tour de Ski und Direktor Nordisch der FIS Marketing AG bei der Diskussion „Sport-Großveranstaltungen und Tourismus – Widerspruch oder Chance”. 

Bürgermeisterkandidat Fritz Sehrwind und der CSU-Ortsverband hatten zu der Veranstaltung ins Skimuseum der Erdinger Arena eingeladen. Die Diskussion über die touristische Bedeutung von sportlichen Großveranstaltungen sei ja nicht neu, sagte Sehrwind. Dieses Thema sei in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert worden. Zumal es in dieser Frage ja auch um Investitionen in Schanzen und Loipenanlagen gehe. 

Oberstdorf bewirbt sich derzeit um zwei Sport-Großveranstaltungen: Die Skiflugweltmeisterschaft 2018 und die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2019. Bevor die Gäste nach Oberstdorf kommen, müssten sie auch von Oberstdorf gehört haben, so Fritz Sehrwind. Großveranstaltungen wie die Nordischen Skiweltmeisterschaften, die Vierschanzentournee oder die Tour de Ski hätten einen großen Werbeeffekt und trügen in hohem Maße dazu bei, den Namen Oberstdorf in alle Welt zu tragen. Aus gutem Grund seien internationale Meisterschaften ein wesentlicher Bestandteil im Werbekonzept von Oberstdorf. 

Dass sportliche Großveranstaltungen allein schon wegen der Fernsehübertragungen in alle Welt den Bekanntheitsgrad des jeweiligen Austragungsorts stärken, sei unbestritten, sagte Jürg Capol. Entscheidend sei aber, dass die Werbung nach der Veranstaltung weitergehe. Ohne diesen letzten Schritt verpuffe die Wirkung eines Sportevents schnell. „Die Werbung vor und während der Meisterschaft reicht nicht aus”, sagte Capol. „Da muss man weitermachen.“ 

Die Meinungen der Hoteliers zu diesem Thema war eindeutig. „Mit Sportveranstaltungen können wir uns gut aufstellen”, meinte Jürnjakob Reisigl. „Wir müssen Bekanntheit erreichen und Begehrlichkeiten wecken”, so Julia Eß-Meier. Es sei wichtig, dass Oberstdorf wieder eine Weltmeisterschaft bekommt, sagte der ehemalige Skiclub-Vorsitzende Josef Geiger. „Damit wir unsere Standards halten können.” Es reiche nicht aus, sich auf internationale Wettkämpfe zu beschränken, meinte der ehemalige FIS-Funktionär Oskar Fischer. Ebenso wichtig sei, die Zeit zwischen den Weltmeisterschaften abzudecken. Auch Gemeinderat Otto Mäx Fischen argumentierte in diese Richtung. Für ihn geht es grundsätzlich um die Förderung des Tourismus mit dem Sport als Zugpferd.

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