Mangelnde Unterstützung

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Warm anziehen heißt es für Touristiker in Oberstdorf – wie hier die amtierende Tourismusdirektorin Heidi Thaumiller.

Oberstdorf - Überraschend hat Oberstdorfs Tourismusdirektorin Heidi Thaumiller ihre Position zum 30. Juni 2015 gekündigt. Bürgermeister Laurent Mies hat dies in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

Klientelinteressen hätten aus ihrer Sicht nicht aufgehört vieles schlecht zu machen, erklärte Mies. Seit knapp vier Jahren leitet Thaumiller verantwortlich den Eigenbetrieb der Kurbetriebe Oberstdorf sowie die Oberstdorf Tourismus GmbH unter dem Dach Tourismus Oberstdorf. Das Amt gilt als Schleudersitz – zwischen 2006 und 2011 gab es vier Wechsel auf dem Posten. Mit Thaumiller war nach turbulenten Jahren Ruhe und Kontinuität in den Tourismusbereich eingezogen. Während ihrer Amtszeit hatten sich Übernachtungszahlen, Bettenauslastung und auch die Bilanzen positiv entwickelt.

Doch die Ruhe erwies sich als trügerisch – unter der Oberfläche hatten sich einige Interessenkonflikte aufgestaut. Die Sitzung des Tourismusbeirats Anfang Dezember brachte das Fass zum Überlaufen. Thaumiller wurde aus den Vermieterkreisen heftig angegriffen, was letztendlich den Ausschlag für das Aufhören gab. Thaumiller bestätigte die Entwicklung, dass aus Einzelinteressen heraus ihre Arbeit zuletzt immer mehr kritisiert wurde. Hinzu kam die Auseinandersetzung um die Zukunft der Oberstdorf-Therme. Seit Monaten stehen Thaumiller und auch Bürgermeister Laurent Mies hier in der Kritik. Inzwischen sind Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Therme gesammelt (der Kreisbote berichtete). „Wenn man nicht an einem Strang zieht, kann ich diese Position nicht weiter vernünftig ausfüllen. Dann mache ich lieber den Weg frei, für jemanden der es schafft alle Interessen in Oberstdorf unter einen Hut zu bekommen“, so Thaumiller.

In Teilen ihrer Arbeit habe sie sich mehr Unterstützung gewünscht. Sie betont, dass sie mit den Vermieterverbänden regelmäßig in Kontakt stand und ausgetauscht habe. Es tue ihr leid um die Mitarbeiter und um die Leute, die hinter ihr gestanden haben. „Mir ist es nie um Einzelinteressen gegangen sondern um den gesamten Tourismus in Oberstdorf“, so die scheidende Tourismuschefin. Über ihre Zukunftspläne will Thaumiller noch nicht konkret sprechen. Nur soviel: Nach Bekanntwerden Ihrer Kündigung habe sie schon zwei Stellenangebote erhalten.

Nun beginnt für Oberstdorf die Suche nach einem neuen Tourismusdirektor bzw. -direktorin – keine leichte Aufgabe. Es ist dann der sechste seit 2003.

Heinrich Bonert

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