Offene Türe am "Tag des offenen Denkmals"

Zum diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“, der am Sonntag, 13. September, in ganz Deutschland begangen wird, öffnen sich auch wieder die Türen des Möggenried-Hauses in Sonthofen. Der Münchner Architekt Claudio Ritter wird die Ergebnisse seiner bisherigen Arbeiten bei der Erforschung des Gebäudes präsentieren und über die Pläne zur Sanierung berichten. Dipl. Ing. Elke Nagel M. A. wird unter anderem den Lehrstuhl für Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege der TU München vorstellen. Das Haus steht zwischen 11 und 18 Uhr allen Besuchern offen.

Im Juli diesen Jahres besuchte eine internationale Studentengruppe der Technischen Universität München das über 400 Jahre alte Gebäude (der KREISBOTE berichtete) und forschte dort einige Tage. Im Rahmen eines Sommer-Seminars erstellten die Studenten ein Nutzungskonzept für das Baudenkmal. Dieses erfolgreiche Studienmodell soll weitergeführt werden. Die Vorträge finden um 11 Uhr und um 15 Uhr statt. Auch Führungen sind nach Bedarf vorgesehen. Umrahmt wird der Tag des offenen Denkmals im Möggenried-Haus von einer Schmiede-Schau des Meisters Franz Hiller, der mit mobiler Esse und Amboss die alte Zeit der Nagelschmiede wieder aufleben lässt. Im Obergeschoss stellt der Sonthofener Künstler Thomas „Chancy" Gärtner einige seiner phantastischen Bilder und Zeichnungen aus. In einem weiteren Raum werden vom Oberstdorfer Altmeister Herrmann Obenauer verscheidene Montafoner Intarsien-Tischplatten, barocke Schnitzereien und mittelalterliche Motiv-Stühle mit Beschreibungen deren abergläubischen Ursprunges zu bewundern sein. Beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals können in Deutschland mehr als 7500 Bau- und Bodendenkmale besichtigt werden. Geschichts- und Kulturinteressierte haben dann Gelegenheit, Blicke hinter sonst oft verschlossene Türen zu werfen. Zum Jahresmotto „Historische Orte des Genusses“ zeigen Eigentümer und Fachleute aus der Denkmalpflege unter anderem Kinos, Theater, Gasthäuser, Hotels, historische Gärten und Parkanlagen. Auch im Möggenried-Haus kann man das Thema „Historischer Ort des Genusses“ wörtlich nehmen. Befand es sich doch einige Jahrhunderte lang in direkter Nachbarschaft zum berühmten Sonthofener Viehmarkt, bei dem oft mehrere tausende Rinder die Besitzer wechselten. Die Händler und Aufkäufer kamen aus ganz Bayern, aus Österreich und sogar aus dem fernen Italien. Und dabei herrschte, wie alte Chroniken berichten, auch in der alten Nagelschmiede und in unmittelbarer Nachbarschaft emsiges Geschäftstreiben, bei dem kräftig gezecht und mancher gute Handel begossen wurde.

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