Grenzverkehr für Wasser

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Keine Großbaustelle, aber doch ganz stattliche Bauteile sind es, über die sich Hans Sistig (von links), Ofterschwangs Bürgermeister Alois Ried, Kämmerin Theresa Socher, Blaichachs Bürgermeister Christof Endreß, Dipl.Ing. Thomas Schneider vom Ingenieurbüro Schneider & Theisen und Hannes Neusch unterhalten.

Ofterschwang / Blaichach - Schulterschluss über Gemendegrenzen hinweg: Der „Ortsteil“ Alpe Eck um den Hotelkomplex Allgäuer Berghof liegt auf Ofterschwanger Flur, erhält aber bald eine eigene Trinkwasserversorgung - gespeist aus Blaichacher Quellen.

Bislang kam der (inoffizielle) Ortsteil Alpe Eck, ein Katzensprung von der Bergstation des Weltcup-Express, mit der eigenen Wasserversorgung gut zurecht. „Seit 1936 nutzen wir eine eigene Quellfassung; das reichte aus“, erläuterte Hannes Neusch, Chef des Hotels Allgäuer Berghof. Allerdings seien die entsprechenden Verordnungen zur Trinkwassergewinnung und -versorgung weiter und weiter verschärft worden. „Diese Vorschriften können wir als privater Betreiber zukünftig nicht mehr erfüllen“, so Neusch weiter. Das Wasser stamme aus oberflächennahen Quellen, nahe am Kamm des Bergrückens.

Neusch wandte sich in seiner heraufziehenden Wassernot an die Gemeinde Ofterschwang. Dort stellte man aber schnell fest, dass es wohl nicht so einfach sein würde, den Wunsch nach einem Anschluss an die gemeindeliche Wasserversorgung zu erfüllen. „Wir haben selbst wenig Spiel bei der Kapazität und sind inzwischen ziemlich am Limit“, beschreibt Bürgermeister Alois Ried die Lage. Kurz: Neusch erhielt erst einmal eine Abfuhr.

Allerdings hatte der Hotelbetreiber schon ein wenig „vorgeholzt“ und beim Bau der neuen Bergbahn vor drei Jahren auf deren Trassenführung eine Druckleitung verlegen lassen. „Der Graben war ja schon offen.“

Jetzt, bei der Suche nach einer Lösung für das Wasserproblem, kam ihm diese Weitsicht zugute. Ofterschwangs Bürgermeister wandte sich schließlich an seinen Kollegen in Blaichach. Und dort sprach nichts gegen eine Ausweitung des Versorgungsgebietes auf die nenachbarte Ofterschwanger Flur. Die Quellfassung im Ortsteil Gunzesried-Säge ist ergiebig genug, um auch den „Durst“ des Allgäuer Berghofes zu stillen. Mit der vorhandenen Leitung und einer Anpassung der Technik durch eine Druckerhöhungsanlage offenbar kein großes Problem, zumal Blaichach mit Zugang zur Fernwasserversorgung Oberallgäu notfalls auch Reserven mobilisieren könnte, wie Bürgermeister Endreß betont. Der jetzt in Bau befindliche Hochbehälter unweit der Weltcup-Hütte fasst 105 Kubikmeter und wird nachts - von Gunzesrieder Seite aus - befüllt.

Rund 460 000 Euro kostet die Umrüstung der Wasserversorgung für die Alpe Eck. Der Zuschuss des Freistaats beträgt 118 000 Euro. Eine Investion, die Ofterschwangs Bürgermeister keinesfalls auf seine Bürger umlegen will. „Das ist durchaus eine relativ große Summe für eine relativ geringe Abnahmemenge“, sagt Kämmerin Theresa Socher. Damit alles in sauberen Bahnen läuft, wurde jetzt zwischen den Kommunen eine spezielle Regelung vereinbart. Ofterschwang bezieht Wasser aus Blaichach zu dessen Wassergebühr, rechnet aber mit dem Endabnehmer Allgäuer Berghof separat ab. Die Ofterschwanger zahlen somit nicht die Wasser-Zeche.

Das Sahnehäubchen obendrein: Der neue „Wassermeister“ der Gemeinde Ofter- schwang, Hans Sistig, ist jetzt auch „Herr“ über die Wasserversorgung der Alpe Eck. Und diese Personalstelle kann sich Hotelchef Neusch somit sparen. „Diese Fachkraft hätten wir auch gebraucht, wenn wir unsere Wasserversorgung behalten hätten. Was Wasser betrifft, bewegen wir uns in derselben Klasse wie die Städte Sonthofen und Immenstadt.

Josef Gutsmiedl

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