Ohne Kühe geht es nicht

Ohne die Berglandwirtschaft und die Leistungen der Bauern geht es mit dem Tourismus im Allgäu bergab, meinen Alfons Zeller (von rechts), Franz Hage und Dr. Michael Honisch.

Wie geht es weiter mit der bäuerlichen Landwirtschaft in den Alpen? Was wird aus der Alpwirtschaft, wenn in zwei Jahren die neue Finanzperiode der EU beginnt, die auch Neuregelungen für die Agrarförderung mit sich bringt. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen, Alfons Zeller, und Franz Hage vom Alpwirtschaftlichen Verein im Allgäu, betonen, dass die bäuerlichen Familienbetriebe im Alpenraum unverzichtbar sind, wenn der Tourismus hier weiter die Hauptrolle spielen soll. Denn: Ohne Kühe läuft hier nichts.

Dass die traditionelle Alpwirtschaft mit der sommerlichen Alpung von Vieh nicht nur den Rindern gut tut, wissen Praktiker wie Franz Hage und Dr. Michael Honisch vom Alpwirtschaftlichen Verein im Allgäu (AVA) nur zu gut. Und Alfons Zeller, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen in Bayern, ergänzt: „Die Bergbauern und die Alp- oder Almwirtschaft sind für die gesamte Gesellschaft von hohem Wert.“ Zeller gibt zu bedenken, dass der Tourismus im Alpenraum ohne die von den Bergbauern gepflegte, erhaltene Landschaft nicht denkbar sei. „Eine halbe Milliarde Übernachtungen im Alpenraum - das erreicht kein Strand!“ Zum Allgäu gehöre nun einmal Vieh auf der Weide, verteidigt Zeller die Weideprämie. Kühe auf der Weide sind Symbol für die bäuerliche Landwirtschaft - nicht nur auf den Prospekten der Tourismuswerbung!“ Generell sei ein flächendeckende Bewirtschaftung wünschenswert. Die Milchviehhaltung sehe sich bereits in Konkurrenz zu Biogas-Anlagen, stellt Zeller fest. Allerdings fänden entsprechende Lenkungsinstrumente wenig politische Akzeptanz. Und Franz Hage, Vorsitzender des AVA, betont: „Unser Vorfahren und die Älpler haben diese wertvolle Landschaft und die Natur bewahrt. Sonst hätten wir heute nichts zu schützen.“ Daher, so Zeller, gehe es bei der Agrarförderung für die Berglandwirtschaft nicht um „verlorene Zuschüsse“, sondern um die Gegenleistung für eine erbrachte Leistung. Er wolle gar nicht daran denken, wenn diese Leistungen durch die öffentliche Hand bezahlt werden müssten. Der Nutzen aus der Landwirtschaft werde auch in der Gesellschaft so gesehen. Ausgleichszulagen für Berggebiete seien auch in Zukunft unverzichtbarer Teil der Existenzsicherung. Hier sehen Hage wie Zeller den entscheidenden Punkt und die Chance für die Kleinbetriebe im Alpenraum. „Wer macht diese Arbeit denn sonst noch? Die großen Vollerwerbsbetriebe haben gar nicht die Zeit für unattraktive Arbeiten wie Raine, Streuwiesen und Steilhänge mähen...“, gibt Zeller zu bedenken. Gerade diese Höfe dürften in Zukunft nicht „rausfallen“, meint der Bergbauern-Präsident. Die Arbeitsgemeinschaft habe sich erfolgreich um entsprechende Förderkriterien bemüht. So können inzwischen auch kleinere Anschaffungen und Investitionen bezuschusst werden. „Wenn einer draufzahlt bei seinem kleinen Betrieb, hört er auf...“ Oft sei die Landwirtschaft nur ein „netter Zuverdienst“ neben Job oder Zimmervermietung, sagt Zeller. Die Nebenerwerbslandwirte müsse man ins Boot nehmen, fordert auch Franz Hage. Wie sich im Allgäu beispielhaft zeige, seien es die Kleinbetriebe, die „eine wichtige Stütze“ der Landwirtschaft seien. In diesem Zusammenhang sei etwa die Anbindehaltung zu sehen. Eine Investition in die geforderten Laufstallbauten sei vielfach wegen beengter Hoflagen gar nicht möglich. Rund die Hälfte der Höfe im Allgäu werde im Zu- oder Nebenerwerb geführt, schätzt Franz Hage.

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