Philipp Buhl nimmt erste Hürde

Das Segelrevier vor Weymouth an der englischen Südküste wird sich Philipp Buhl mit guten Erinnerungen einprägen. Unter perfekten und hoch anspruchsvollen Segelbedingungen über fünf Tage und elf Wettfahrten gelang dem Sportsoldaten aus Sonthofen dort ein hervorragender siebter Platz beim ISAF Sailing Worldcup „Skandia Sail for Gold“. Dieses Event wurde als erster Kriteriumswettkampf für die Qlympiaqualifikation 2012 bestimmt.

Buhl liegt mit seinem Ergebnis bestens im Sollbereich und verrät: „Ich setzte mir natürlich gleich Top-Ten, selbst wenn man mit einem etwas höheren Resultat auch noch im grünen Bereich wäre.“ Letztlich zählt gemäß eines speziellen Punkteschlüssels ein Durchschnittswert, der sich aus zwei Weltcup-Regatten und der WM ergibt. Somit sind die Qualifikations-Anforderungen sowohl auf konstante als auch terminierte Leistung ausgerichtet. Es schien, als benötigte Buhl die erste Wettfahrt zum Einsegeln. Es reichte nur für den 34. Platz, den er später allerdings als schlechtestes Ergebnis streichen konnte. Doch von jetzt an mischte Buhl in der Weltspitze mit. Der Oberallgäuer ließ bei Starkwind und hohen Wellen im buchstäblichen Sinne seine Muskeln und Ausdauer sowie sein segeltechnisches Können spielen und erkämpfte über fünf Qualifying-Races die Plätze 2, 2, 8, 2 und 11. Damit zog er als Siebtbester in die Finalserie ein. Das Seglertalent vom Immenstädter Segelclub blieb auch danach im Goldfleet (beste Hälfte mit 62 Athleten) verlässlich in der Erfolgsspur. Nach dem letzten und zehnten Race konnte er den hervorragenden vierten Platz verbuchen. Die beeindruckendste Leistung demonstrierte der Sonthofener, als er in der zweiten Final-Wettfahrt nach einem Bilderbuchstart und mit faszinierender Geschwindigkeit in klare Führung segelt und mit dem dreifachen Weltmeister Tom Slingsby (Australien) über mehrere Positionswechsel um den Sieg kämpfte. Bis auf den amtierenden Olympiasieger Paul Goodison (England) hatten die Konkurrenten aus dem Feld kaum noch Chancen, das Führungsduo Buhl und Slingsby zu gefährden. Im Ziel hatte dann doch der Australier die Nase knapp vor dem Deutschen. Auf die Frage nach dem Durchhaltevermögen und den Ursachen für eine so perfekt gelungene Wettfahrt antwortet der vom Einsatz noch Gezeichnete: „Zuerst schmerzen die Muskeln, dann spürst du sie irgendwann nicht mehr. Man muss bis aufs Äußerste einfach alles geben können und es muss alles perfekt stimmig sein: Die Segeltechnik, das Selbsbewußtsein und gerade auf diesem Revier die Taktik aufgrund der teils starken Meeresströmungen.“ Mit dem vierten Platz hatte Buhl ein Ticket für das abschließende Medalrace der besten Zehn erkämpft. Dieses Finale ist eine deutlich verkürzte Wettfahrt in Form einer Mischung aus Matchrace (nur zwei Segler gegeneinander) und Fleetrace (bis über 60 Boote). Hier hatte Buhl das Glück nicht auf seiner Seite. Aufgrund eines minimal verpassten Starts und einem nicht mehr beantwortbaren Winddreher musste er sich mit dem zehnten Rang zufrieden geben. Im Gesamtergebnis fiel Buhl um drei Positionen zurück. Sein Kommentar: „Den siebten Platz betrachte ich als hervorragendes Ergebnis. Ich bin insgesamt sehr zufrieden damit, auch wenn mich der Ausgang des Finales zunächst enttäuschte. Hier kann’s schließlich nur noch besser werden.“

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