Prävention im Mitmachparcours

Der Mitmachparcours „Abenteuer Leben“ des Kreisjugendamtes Oberallgäu machte Station in Immenstadt. Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler aller Immenstädter Schulen, aus Blaichach und Oberstaufen waren dabei und stellten sich einer persönlichen Auseinandersetzung mit Suchtverhalten und Drogenkonsum.

Für den Oberallgäuer Mitmachparcours ist es bereits die neunte „Runde“, bei der wieder die Zielgruppe der 9. Jahrgangsstufen an die Drogen-. und Suchtproblematik herangeführt wird. „Das Schöne an unserem Parcours ist, dass wir mit den Aktionselemente immer aktuelle Themen aufgreifen können“, erklärt Wolfgang Frommel vom Fachdienst für Suchtfragen und Prävention beim Kreisjugendamt Oberallgäu. Diesmal ist es die „Rauschbrille“, die den Schülerinnen und Schüler nahe bringen soll, was Alkohol und andere Drogen im Alltag - und vor allem im Straßenverkehr - bewirken. Mit der Rauschbrille vor den Augen gelingt es keinem der 14- und 15- Jährigen, auf einer auf dem Boden markierten Linie zu folgen oder einen zugeworfenen Tennisball aufzufangen. Veränderte Wahrnehmung, verringerte Reaktionsfähigkeit - Fähigkeiten, die im Straßenverkehr fatale Folgen haben können. Wer übrigens mit alkoholbedingten „Ausfällen“ aufgefallen sei, so gibt Frommel weiter zu bedenken, der habe auch später schlechte Karten, wenn er den Führerschein machen wollte: Sperre und die so genannte MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung), die eine Stange Geld koste. Das gelte auch für Radler und Fußgänger. Und wer alkoholisiert in einen Unfall verwickelt sei, riskiere unter Umständen den Versicherunsgschutz. Genau auf diesen Aha-Effekt setzen die fünf Aktionselemente des Mitmachparcours. Die Stationen zeigen nicht nur auf, was es gibt im Bereich Drogen und Rauschmittel, sie setzen auf die persönliche Auseinandersetzung. Was macht Drogen - und legale Rauschmittel - so „interessant“? Wo ist meine Grenze zwischen Genuss und Sucht? Wie sieht mein persönliches Suchtverhalten aus? Belohne oder tröste ich mich mit Alkohol, mit Essen, mit endlosen Internet-Sitzungen? So würden etwa die meisten Jugendlichen „traditionelle“ Rauschmittel wie Alkohol oder Rauschgifte mit Sanktionen versehen, also nicht gänzlich „frei geben“. Andererseits sehen sie keine gesundheitlichen oder psychischen Gefährdungen von „modernen“ Abhängigkeiten wie Kaufsucht, Internet oder Süßigkeiten ausgehen. Der Mitmachparcours sei bewusst keine Ausstellung, auch wenn hier kompakte Informationen und Beratungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Der „erhobene Zeigefinger“ ist hier fehl am Platz, wissen Wolfgang Frommel und seine Kollegin Annegret Kerner vom Fachdienst für Suchtfragen am Landratsamt Ober-allgäu. Wichtig sei immer die eigene Beschäftigung mit diesem Thema. Der Mitmachparcours soll zur Auseinandersetzung mit Suchtverhalten und Drogenkonsum anregen und die Diskussion fördern.

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