Markante Geschenke

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Rudolf Deil (links)und Bürgermeister Hubert Buhl im Gespräch über „laute und leise Veränderungen“ im Stadtbild.

Sonthofen - Anlässlich des Jubiläumsjahres „50 Jahre Stadt Sonthofen“ überlässt der renommierte Architekturprofessor und Denkmalpfleger Prof. Rudolf Deil „seiner Stadt“ und dem Sonthofer Heimathaus Zeichnungen aus seiner Werksammlung. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Heimathaus wurden die Zeichnungen, die markante Sonthofer Ansichten zeigen, übergeben.

„Er schaut nicht nur genauer hin als andere, sondern kann seine Eindrücke auch eindrucksvoll protokollieren“, hieß es in den 1990er Jahren in einem Pressebericht über den Architekten und Denkmalpfleger Rudolf Deil. Damals wies der gebürtige Sonthofer auf die eine oder andere „Sünde“ hin, die die Stadtplaner und Stadträte im Begriff waren zu begehen – oder schon begangen hatten. Aus dieser Zeit stammt eine Postkartenserie mit Zeichnungen von Gebäuden und Straßenzügen seiner Heimatstadt. 

Und genau diese Zeichnungen hatte Prof. Rudolf Deil jetzt im Gepäck, als er sein Jubiläumsgeschenk zu den Feierlichkeiten „50 Jahre Stadt Sonthofen“ überreichte: Fünf großformatige Zeichnungen, die in wenigen, markanten Strichen und Linien faszinierend detailgetreu charakteristische Formen wiedergeben. „Ich bringe ein Geschenk mit, ein Souvenir“, kommentierte Deil seine Reise von Zürich, wo er seit rund 15 Jahren lebt und arbeitet, in seine Heimatstadt Sonthofen. 

„Meine Stärke ist der Strich, die prägnate Linie, nicht die Worte“, so Deil. Und wieder nutzte er den Augenblick, um Erinnerungen aufzufrischen - und, um auf gefährdete Baustrukturen in der Stadt aufmerksam zu machen. So bedauere er das Bild, das die Markstraße biete. Dieser wertvolle Teil habe viel eingebüßt von seiner Substanz und müsste dringend aufgewertet werden, riet Deil. Noch kritischer beurteilt Deil den Zustand des „Möggenried-Hauses“: „Es zerfällt, zerfällt, zerfällt...“ Dabei gebe es viele Möglichkeiten, zur Rettung und Bewahrung, meinte Rudolf Deil. Bürgermeister Hubert Buhl knüpfte an die Sonthofer Zeit Deils an: Der Architekt und Denkmalschützer habe sich sehr engagiert für seine Heimatstadt. Aber letztlich treffe wohl auch hier der Spruch vom Prophet im eigenen Land zu. 

Zu seinen Sonthofer Zeiten habe Deil versucht, die Architektur der Stadt in den Blickpunkt zu setzen und das Stadtbild als Ausdruck von Kultur zu vermitteln. Einen Ehrenplatz würden die Zeichnungen Deils im Heimathaus oder in anderen städtischen Gebäuden allemal erhalten, versicherte Buhl. „Wir nehmen Ihre Werke mit Freude und Respekt an.“ Eine Zeichnung Deils gehört übrigens seit längerem zur Ausstattung des Bürgermeisterbüros im Rathaus.

Josef Gutsmiedl

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